Mönchengladbach/ Karlsruhe (dpa/lnw) - Zwei mutmaßliche indische Sikh-Extremisten sind im Raum Offenbach und in Mönchengladbach festgenommen worden. Sie werden verdächtigt, der terroristischen Vereinigung «Khalistan Zindabad Force» (KZF) anzugehören und für sie Waffen und falsche Papiere besorgt zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft am Donnerstag in Karlsruhe mit.

Die KZF kämpft für einen unabhängigen Sikh-Staat Khalistan im indischen Bundessaat Punjab, in dem viele Angehörigen der Religionsgemeinschaft Sikh leben.

Einer der Beschuldigten, der bei Offenbach festgenommene 35-jährige Sukhpreet S., soll im vergangenen Jahr eine Waffe gekauft haben. Seinem in Mönchengladbach festgenommenen 41 Jahre alten Gesinnungsgenossen, Jagstar S. M., wird vorgeworfen, dass er mit anderen KZF-Mitgliedern versucht habe, weitere Waffen zu besorgen.

Am Mittwoch wurde Haftbefehl erlassen. Seitdem sitzen die beiden Männer in Untersuchungshaft. Das Bundeskriminalamt übernimmt die weiteren Ermittlungen.

Bei der "Khalistan Zindabad Force" (KZF) handelt es sich um eine radikale Organisation von Sikh-Extremisten, die nicht zuletzt mit gewaltsamen Mitteln die staatliche Unabhängigkeit der mehrheitlich von Sikhs bewohnten Gebiete Indiens anstreben. Ziel der KZF ist die Errichtung eines unabhängigen Staates Khalistan für die Angehörigen der Religionsgemeinschaft der Sikhs auf dem indischen Subkontinent, wobei als Mittel zur Erreichung dieses Ziels auch Anschläge gegen indische Einrichtungen und Politiker eingesetzt werden. Zur Durchsetzung ihrer terroristischen Aktivitäten ist die KZF bemüht, über Mittelsmänner unter anderem Sprengstoff, kleinkalibrige Waffen und Falschgeld in den indischen Bundesstaat Punjab schmuggeln zu lassen. In Europa aufenthältige Mitglieder der KFZ sind nicht nur in die genannten Beschaffungshandlungen eingebunden, sondern auch in die Vereinnahmung von "Spenden". Ferner wird im Einzelfall die gewaltsame Beseitigung gemäßigter religiöser Führer der Sihk zur Gewinnung der Kontrolle auch über in Europa bestehende Sikh-Tempel angestrebt.

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