Der Verein „Ferien mit Pflege“ hilft bei der Organisation des Urlaubs.

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Die Teilnehmer kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern um Mönchengladbach oder sie wohnen am Weg zum Urlaubsziel.

Die Teilnehmer kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern um Mönchengladbach oder sie wohnen am Weg zum Urlaubsziel.

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Die Teilnehmer kommen aus einem Umkreis von 100 Kilometern um Mönchengladbach oder sie wohnen am Weg zum Urlaubsziel.

Mönchengladbach. Einfach mal spontan ins Blaue fahren – das ist plötzlich nicht mehr möglich, wenn man selbst oder der Partner pflegebedürftig geworden ist. „Dabei braucht man nach wie vor Tapetenwechsel“, sagt Charlotte Coenen, die Vorsitzende des Vereins „Ferien mit Pflege“, der in Mönchengladbach beheimatet ist. Folgende Situation ist auch denkbar, erklärt Coenen: „Man will zur Goldhochzeit endlich wieder eine Reise machen – wie damals die Hochzeitsreise – aber nach einem Schlaganfall geht das nicht mehr.“

Möglichst vielen Menschen dennoch einen Urlaub zu ermöglichen, ist das Ziel des Vereins „Ferien mit Pflege“ – und im Laufe seines zehnjährigen Bestehens hat das bei rund 2400 Menschen bereits geklappt. Die Gruppenreisen des Vereins buchten bereits viele Pflegebedürftige und ihre Partner.

„Denn oft sind es die gesunden Angehörigen, denen der Arzt dringend zu einer Auszeit rät“, weiß Coenen, die ehrenamtlich in der Seniorenbetreuung beschäftigt war, bevor sie zusammen mit Bekannten den Verein gegründet hat. „Aber wenn man 40 oder 50 Jahre mit einem Menschen verheiratet ist, der pflegebedürftig wird, fährt man trotzdem nicht so einfach allein in den Urlaub.“

Der Verein hat in Mechernich in der Eifel einen Busunternehmer ausgemacht, der einen Reisebus mit Lift hat und klärt bei einem Hausbesuch, auf welche konkreten Hilfsmittel der oder die Betreffende angewiesen ist. Seine Mitarbeiter prüfen auch die Hotels auf Barrierefreiheit: Sind die Gänge breit genug für einen Rollstuhl, gibt es erhöhte Betten und Toilettenaufsätze? „Ganz nach dem Bedarf der Menschen, die mitfahren“, sagt Charlotte Coenen.

Pflegedienst vor Ort wird vom Verein informiert

Und auch das Pflegepersonal vor Ort muss informiert werden. „Ich kläre ab, ob der am Urlaubsort ansässige Pflegedienst die Kapazität hat, die Pflege zu übernehmen“, sagt Charlotte Coenen. Die Kosten hierfür übernimmt während des Urlaubs die Kasse. „Zudem spreche ich mit dem Hausarzt, welche Rezepte er ausstellen muss, damit das alles glatt läuft“, so die Vereinsvorsitzende.

Die Ziele der Gruppenfahrten liegen innerhalb Deutschlands: Es geht in die Eifel, an die Nord- oder Ostsee oder ins Weserbergland. In einer Gruppe unterwegs zu sein, birgt weitere positive Effekte, weiß Coenen zu berichten: „In einer Gruppe von Menschen im Rollstuhl fühlt man sich als Rollstuhlfahrer sicherer“, sagt sie. Denn viele Menschen würden sich der Beeinträchtigungen, die ihr gesundheitlicher Zustand mit sich bringt, schämen. „In der Gruppe fällt diese Belastung weg und häufig bilden sich Freundschaften unter den Teilnehmern.“

Das Jahresprogramm des Vereins mit den diesjährigen Reisezielen und -zeiten kann telefonisch unter RY 13 61 52 angefordert werden oder postalisch unter: Ferien mit Pflege, Klinkenbergstraße 7, 41199 Mönchengladbach.

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