Der „Zug der Erinnerung“ trifft auf regen Zuspruch.
Der „Zug der Erinnerung“ trifft auf regen Zuspruch.

Der „Zug der Erinnerung“ trifft auf regen Zuspruch.

Knappe

Der „Zug der Erinnerung“ trifft auf regen Zuspruch.

Ein „fahrendes Mahnmal“ macht derzeit Station am Gleis 1 des Mönchengladbacher Hauptbahnhofs – der „Zug der Erinnerung“ soll an das Schicksal deportierter Kinder aus Deutschland und Europa gemahnen.

Vier Waggons umfasst die Ausstellung, die am Donnerstag in Gladbach eröffnet wurde. Noch Freitag und Samstag ist sie von 8 bis 20 Uhr dort zu sehen, anschließend geht es in den kommenden 30 Tagen durch 14 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, unter anderem macht der Zug Station in Viersen und Neuss.

Erinnerung mit Würde und Respekt an die Verschleppten

Beim Auftakt sprach Oberbürgermeister Norbert Bude vor über 100 Zuhörern von „einem wichtigen Tag für Mönchengladbach“ und lobte die „tatkräftige Gladbacher Allianz“, die unter Federführung des Büros der Regionaldekane diesen „Kraftakt“ verwirklichte. Damit könne man posthum mit Würde und Respekt den deportierten Kindern und Jugendlichen begegnen, die „verschleppt wurden in eine grausame Zukunft“.

Schulklassen präsentieren die Ergebnisse ihrer Spurensuche

In einem der vier Waggons präsentieren drei Gladbacher Schulklassen die Ergebnisse ihrer Spurensuche im Vorfeld der Ausstellung in Mönchengladbach. So beschäftigten sich etwa 20 Schüler des Wahlpflichtfachs Kunst der Gesamtschule Hardt mit dem Thema „Euthanasie im Dritten Reich“. Sie entwarfen Poster aus Dokumenten, Fotos und Zitaten und konnten bei ihren Recherchen der Liste von deportierten Kindern und Jugendlichen aus „München Gladbach“ drei Namen hinzufügen.

In der Stadt stößt der „Zug der Erinnerung“ auf regen Zuspruch. Rund 40 Schulklassen, Organisationen und Gruppen haben sich für einen Rundgang durch die rollende Ausstellung angemeldet.

Die Deutsche Bahn AG lässt sich das Gedenken der Projektinitiative allerdings mit 45 Euro Nutzungsgebühr pro Stunde bezahlen. Seit Fahrtbeginn im Jahr 2007 kamen so rund 200 000 Euro Gebühren zusammen. Mit dieser Hürde muss eine konzerneigene Wanderausstellung mit dem Titel „Sonderzüge“ indes nicht kämpfen. jek

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