Betreuung: An der Mathildenstraße in Rheydt sollen ab September vor allem Kleinkinder untergebracht werden.

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Kita-Leiterin Cathrin Drossart-Kemter mit ihrer jüngsten Tochter Carlotta (13 Monate).

Kita-Leiterin Cathrin Drossart-Kemter mit ihrer jüngsten Tochter Carlotta (13 Monate).

Horst Siemes

Kita-Leiterin Cathrin Drossart-Kemter mit ihrer jüngsten Tochter Carlotta (13 Monate).

Mönchengladbach. In Sachen Kinderbetreuung tut sich etwas in der Stadt: Mönchengladbach bekommt im September die erste private Kindertagesstätte. Betreut werden an der Mathildenstraße 7 in Rheydt Kinder im Alter von vier Monaten bis zu drei Jahren.

Cathrin Drossart-Kemter leitet Mönchengladbachs erste gewerbliche Kita "Die Wurzelzwerge". Die ausgebildete Erzieherin plante bereits vor zwei Jahren, sich mit einer Kindertagesstätte selbstständig zu machen - damals allerdings in einem Fachwerkhaus in Korschenbroich. "Falscher Ort und falsches Haus", fasst Drossart-Kemter ihre Erfahrungen mit dem ersten Schritt in die Selbstständigkeit zusammen.

Der Traum von dem eigenen Kindergarten für Kleinkinder scheiterte an zu vielen Bauauflagen in dem denkmalgeschützten Haus.

Für die Unterbringung von Kindern gibt es viele Auflagen

"Für eine Unterbringung und Pflege von Kindern gelten eben besondere Regeln und Auflagen. Das kann man in großem Maße nicht einfach in einer Mietwohnung machen", sagt Drossart-Kemter, die selbst Mutter von drei Kindern ist.

An der Rheydter Mathildenstraße hat die Pädagogin jetzt das passende Domizil gefunden. Auf 200 Quadratmetern können maximal 16 Kinder zur gleichen Zeit betreut werden.

Nach dem Kinderbildungsgesetz (Kibiz) ist jede Kommune verpflichtet, bis 2010 eine "bedarfsgerechte" Anzahl an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren anzubieten. Für zwischen 17 und 20 Prozent dieser Kinder besteht laut Experten Bedarf.

In Mönchengladbach gibt es etwa 6000 Unter- Dreijährige. Der Bedarf an Betreuungsplätzen liegt bei etwa 1200 Plätzen. 524 Betreuungsstellen gibt es derzeit. Der Großteil der Plätze wird von Kindergärten und Kitas gestellt, 100 Plätze gibt es in der Tagespflege.

Um den Bedarf zu erfüllen, hat die Stadt 40 Stellen geschaffen. Bislang hat die Kibiz-Umstellung 1,6 Millionen Euro gekostet.

Zwei Gruppen soll es bei den "Wurzelzwergen" geben, jede wird von mindestens zwei pädagogischen Fachkräften betreut. Neben den beiden Gruppenräumen gibt es in der Kita einen separaten Speiseraum, einen Schlafsaal, einen Spielflur und einen Kreativraum sowie ein kindergerechtes Badezimmer.

Gegessen wird bei den "Wurzelzwergen" zusammen. Cathrin Drossart-Kemter: "Wir bereiten die Mahlzeiten selbst zu, lassen uns nicht beliefern. Gerade weil wir auch viele Kleinkinder betreuen wollen, ist das auch nicht möglich. Für jedes Kind werden die Mahlzeiten also individuell zubereitet."

In einem Garten, der in den kommenden Wochen noch gestaltet wird, stehen den Kindern weitere Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten zur Auswahl.

Attraktiv sind vor allem die flexiblen Betreuungszeiten

Besonders attraktiv dürften für berufstätige Eltern die flexiblen Buchungszeiten der Kindertagesstätte sein. Anders als bei städtischen Einrichtungen und denen der freien Träger können die Kinder stunden- oder tageweise in die Kita "eingebucht" werden.

"Wir sind flexibel. Wenn eine Mutter beispielsweise nur zwei Vormittage in der Woche berufstätig ist und für diese Zeit eine Betreuung sucht, dann geht das bei uns", erklärt Cathrin Drossart-Kemter.

Einschränkungen gibt es aber auch bei den "Wurzelzwergen". Zwei Tage pro Woche müssen die Kinder für je sieben Stunden mindestens in der Kita sein. "Erstmal muss sich so etwas für uns natürlich auch rechnen, und wir müssen planen können. Außerdem ist es pädagogisch sinnvoll, die Kinder für eine bestimmte Zeit hier zu haben. Gerade Kleinkinder brauchen Beständigkeit, um sich an eine neue Umgebung und an neue Altersgenossen zu gewöhnen." Gebucht werden können zwei, drei oder fünf Tage Betreuung in der Woche.

Günstig allerdings ist die Unterbringung für Eltern, die an die Preise der öffentlichen Einrichtungen gewöhnt sind, nicht. Von 367,50 Euro für zwei Tage in der Woche bis zu 945 Euro für eine fünftägige Ganztagsbetreuung berechnet Cathrin Drossart-Kemter für die Unterbringung.

Von Seiten der Stadt ist man erfreut über die neue Kita, deckt sie doch einen kleinen Teil der Plätze für Unter-Dreijährige ab (s. Kasten). Stadtsprecher Dirk Rütten: "Das Angebot ist vielleicht nichts für die ganz breite Masse der Eltern, schließt aber mit Sicherheit eine kleine Lücke."

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