Großprojekt: Wegen der verlängerten Steinmetzstraße muss die große Stein-Stele plus Brunnen weg.

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Der Affenfelsen-Brunnen muss weg. Allerdings soll er nicht aus Eicken verschwinden. Stadt-Straßenplaner Martin Scheel nimmt weitere Standort-Tipps entgegen, Tel. MG 250

Der Affenfelsen-Brunnen muss weg. Allerdings soll er nicht aus Eicken verschwinden. Stadt-Straßenplaner Martin Scheel nimmt weitere Standort-Tipps entgegen, Tel. MG 250

Jörg Knappe

Der Affenfelsen-Brunnen muss weg. Allerdings soll er nicht aus Eicken verschwinden. Stadt-Straßenplaner Martin Scheel nimmt weitere Standort-Tipps entgegen, Tel. MG 250

Mönchengladbach. Als Affenfelsen hat sich der Eickener Kreisel in den Köpfen etabliert. Jene langen Basalt-Stelen samt Brunnen und kreisförmiger Wasserfläche, die mitten in der viel befahrenen Kreuzung Breitenbach-, Hindenburg-, Krefelder Straße und Bellstieg thronen.

Mittlerweile machen sich in Eicken so manche Gedanken darüber, wo der Felsen ohne Affen bleiben soll. Denn der Brunnen mit den Steinsäulen muss weg. Er macht spätestens Ende des Jahres Platz für eine Riesenkreuzung mit Ampeln, die das viele Blech dirigieren soll.

Standort-Tipps sind willkommen

Martin Scheel sagt zur WZ: "Der Affenfelsen soll aus Eicken nicht verschwinden." Er werde wieder aufgebaut, nicht als Brunnen, wohl aber als Stein-Ensemble. Die Frage ist nur noch wo? Der städtische Straßenplaner ist dankbar für weitere Standort-Tipps (Tel. MG 250).

Der Umzug des Affenfelsens steht in direktem Zusammenhang mit dem großspurigen Ausbau der verlängerten Steinmetzstraße hinter Haus Westland. Während der bronzene Gebäude-Komplex zusehends verfällt, sind die Kanal- und Straßenbauer auf der bis zu 15 Meter breiten Trasse aktiv. Zwei Spuren für jede Richtung entstehen. Rad- und Fußwege an beiden Seiten - Radler rollen auf rotem Pflaster - sind ebenso eingeplant wie ein paar Bäume.

Stau-Tage in Stadtmitte

Derzeit sorgt das Millionen-Projekt für Stau-Tage in der Innenstadt. In den nächsten fünf bis sechs Wochen verlegt Versorger NVV AG im Abschnitt Bismarck-, Steinmetz-, Richtung Albertusstraße neue Kanäle. Daher ist die Citymeile Bismarckstraße nur einspurig passierbar, sowohl aus als auch in Richtung Kaiser-Friedrich-Halle. Liegt dort der Kanal, erhält die Steinmetzstraße von Bismarck- bis Albertusstraße endlich eine glatte Asphaltdecke plus Markierung. Jahrelang mussten sich Verkehrsteilnehmer mit einer provisorisch aufgetragen Bitumenschicht begnügen. Das sorgte mitunter für Schütteleffekte.

Insgesamt entstehen vier Spuren im Abschnitt Affenfelsen/Viersener Straße. An Kreuzungen wie der stark befahrenen Bismarckstraße regeln Ampeln den Verkehr.

Ohne Kanalbau rund 4,1 Millionen Euro.

Bis 1. Quartal 2010 fertig, einschließlich einer Riesenkreuzung im Bereich Affenfelsen. Ampeln an ausgebauten Kreuzungen wie Schiller-, Humboldt-, Eickener Straße.

Der Straßenverkehr soll die eigentliche City "umfahren". Die neue Steinmetzstraße ist dabei ein wichtiges Bindeglied, bringt Kunden mit Auto schnell u.a. zum geplanten Shopping-Center "Altes Schauspielhaus", Hindenburgstraße. Die Bündnis-Grünen haben das große Straßenprojekt jahrelang kritisiert.

In der Stadtverwaltung geht man davon aus, dass die Steinmetzstraße (Abschnitt Bismarckstraße/Bellstieg) ab August komplett passierbar ist. Kosten für die Stadtautobahn ohne den Kanalbau: 2,7 Millionen Euro.

1,4 Millionen Euro kostet das ebenfalls vierspurige Stück Steinmetzstraße "Bellstieg bis Affenfelsen". Damit werde im Anschluss begonnen, sagt ein Stadtsprecher. Freie Fahrt gäbe es hier im 1. Quartal 2010. Dann müssen die Bellstieg-Anwohner deutlich mehr Verkehrslärm ertragen.

"Autoverkehr wird aus der Innenstadt geholt."

Helmut Hormes, Stadt-Beigeordneter

"Mit der neuen Ost-West-Straße (gemeint ist die Steinmetzstraße, die Redaktion) vom neuen Eickener Kreisel bis zur Viersener Straße wollen wir den Kfz-Verkehr aus der Innenstadt holen", sagte Beigeordneter Helmut Hormes, als er das große Straßenprojekt vorstellte. Das ist richtig, weil nach wie vor zu viele Autos über die Hindenburgstraße in Richtung Hauptbahnhof/Omnibusbahnhof rollen.

Tatsächlich hat es die Stadt aus einem anderen Grund so eilig mit dem Steinmetzstraßen-Bau: In "naher Zukunft" soll auf dem alten Theater-Areal ein neues Shopping-Center errichtet werden. Automobile Kunden soll möglichst bequem dort hin gelangen können.

Allerdings weiß im Moment keiner so genau, wer die "neue Mitte" neben der Theatergalerie baut.

Wer baut die "neue Mitte"?

Glaubt man "gut informierten Kreisen", dann machen sich führende CDU-Politiker mittlerweile nicht mehr so sehr für die Hamburger ECE-Projekt-Entwickler stark, sondern für ein Konsortium um die Gladbacher Baufirma Jessen mit den CDU-nahen Brüdern Bücker und den Miteigern der finanzstarken Viehof-Gruppe. Offizieller CDU-Sprachgebrauch ist das allerdings nicht.

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