Die Gebrauchtwagenhändler in der Stadt klagen über riesige Einbußen. Nur noch ein Bruchteil dessen, was sie sonst verdienten, kommt in die Kasse.

Mönchengladbach. In Japan jubeln die Kleinwagenbauer. Ihre Umsätze sind gestiegen. Einen Grund haben sie auch schon ausgemacht: die deutsche Abwrackprämie.

In Deutschland klagen die Gebrauchwagenhändler. Ihre Verkäufe gehen zurück. Die Mönchengladbacher Händler sprechen sogar von "riesigen Einbußen". "Es ist ganz schlimm, wir haben fast gar nichts mehr zu tun. Es sind vielleicht noch zwei Prozent von dem, was wir früher gemacht haben", beklagt sich Nijazi Cabuk.

Mit seiner Frau Heike betreibt Cabuk einen kleinen Handel an der Freiligrathstraße. Wie lange die beiden ihr Geschäft in dieser Form oder überhaupt noch halten können, ist unsicher.

"Wenn ich sehe, welche Wagen da verschrottet werden, tut mir das in der Seele weh."

Horst Hinze, Autohändler

Genauso ergeht es Horst Hinze. Auf seinem Hof stehen 35 Autos, auf die Straße gerollt ist schon lange keiner mehr. "Wenn überhaupt noch Wagen gekauft werden, dann nur die kleinen, große laufen gar nicht mehr", stöhnt er.

Nicht immer sei die Verschrottung des "Alten" die beste Wahl. Oft ließe sich mehr Geld herausholen als 2500 Euro Umweltprämie. "Wenn ich bei der Autoverwertung sehe, welche Wagen da verschrottet werden, tut mir das in der Seele weh. Manche wären noch 1000 oder 1500 Euro mehr als die Abwrackprämie wert", sagt Hinze.

Auch Autos, die nur etwas älter als ein Jahr sind, bleiben stehen

Im Autohaus Dieter Schmidt an der Erftstraße stehen sowohl Gebrauchte als auch ein paar neuere Exemplare. Verkäufer Jürgen Leweling: "Die Gebrauchten bleiben alle stehen, auch wenn sie erst etwas über ein Jahr alt sind. Alle, die aus der Abwrackprämie raus fallen, werden nicht mehr gekauft. Ein neues Auto ist attraktiver als ein Jahreswagen. Ich denke, dieser Trend wird sich auch weiter fortsetzen", sagt Leweling.

Viele Gebrauchtwagenhändler in der Stadt stehen vor der Pleite. "Wer nachher an dieser Regelung verdient, weiß ich nicht. Gut, der Verbraucher spart etwas, aber der Händler verdient gar nichts mehr", sagt Hans Kuhlen. Mit den Kunden, die zu ihm kommen, kann er keinen großen Gewinn machen. "Alle wollen nur das billigste, sie fragen gleich nach dem billigsten Modell." Da die Aktion bis Ende des Jahres verlängert wurde, werde sich die Lage der Händler wohl auch erst einmal nicht verbessern.

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