Jetzt bricht in manchen Straßen auch der Unterbau weg – und die Stadt sieht tatenlos zu.

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Mehr als 20 Zentimeter tief ist der Krater in der Krefelder Straße. Aber auch in Rheydt tun sich Löcher wie dieses auf. Die Stadt füllt sie nicht, sie stellt Warnbaken auf.

Mehr als 20 Zentimeter tief ist der Krater in der Krefelder Straße. Aber auch in Rheydt tun sich Löcher wie dieses auf. Die Stadt füllt sie nicht, sie stellt Warnbaken auf.

Jörg Knappe

Mehr als 20 Zentimeter tief ist der Krater in der Krefelder Straße. Aber auch in Rheydt tun sich Löcher wie dieses auf. Die Stadt füllt sie nicht, sie stellt Warnbaken auf.

Mönchengladbach. Auf der Krefelder Straße in Neuwerk warnen rot-weiße Baken die Verkehrsteilnehmer. Wer die Stelle umfährt, sieht schnell das Malheur: Hier hat sich ein tiefer Krater gebildet, der weit bis unterhalb der Asphaltdecke reicht. Kein Einzelfall in der Stadt.

Seit mindestens fünf Tagen stehen die Rot-Weiß-Gestreiften am Loch der Krefelder Straße. Auch dieser Fall ist dem Ressort Straßenunterhaltung bei der Stadtverwaltung längst bekannt. Doch sie unternimmt nichts. Könne sie auch nicht, sagt jedenfalls ein Stadtsprecher. Der Unterbau sei infolge von Dauerfrost und Feuchtigkeit weggebrochen, da helfe kein Flicken mehr.

Die Ampel will alle Löcher füllen

Auch auf der Krefelder Straße müsse gründlich vorgegangen werden: neue Unterschicht, neuer Teerbelag. Doch das sei erst möglich, wenn das Thermometer dauerhaft fünf Grad plus anzeige. "Und wenn es trocken ist."

In der Telefonzentrale der Stadtverwaltung (MG 250) häufen sich die Anrufe von Bürgern, die sich über das "Loch-Desaster" beschweren. Die freundlichen Telefonistinnen geben die Beschwerden gleich an die "Straßenunterhaltung" weiter. Bröckelnde oder löchrige Straßenzüge registrieren auch die Kontrolleure der Stadt und tragen sie in die Mängelliste.

Die wird derzeit immer länger, "auch wenn wir im Moment mit sechs Asphalt-Flickwagen unterwegs sind", wie es der Chef der Straßenunterhaltungs-Abteilung, Olaf Neef, formuliert.

Das Team der Löcherstopfer schaffe täglich 20 bis 25 Schäden - macht 150 Verfüllungen mit so genanntem Kalt-Asphalt. Der verträgt zwar Grade unter Null, ist aber auf Dauer nicht besonders belastbar. Mit anderen Worten: Wird’s wärmer, muss die Kaltversion entfernt und durch einen Normalbelag ersetzt werden.

Wenn das denn ausreicht. Auch Neef weiß, dass das 1450 Kilometer lange Straßennetz in der Stadt gerade durch den jüngsten Winter schwer geschädigt wurde. Die 923000 Euro allein jährlich für den Unterhalt der Pisten reiche bei weitem nicht aus, schließlich sei bereits in den vergangenen Jahren zuwenig für den Straßen-Substanzerhalt ausgegeben worden.

Löcher stopfen will auch die Ampel-Koalition aus SPD, Bündnis-Grünen und FDP. Sie forderte von OB Norbert Bude (SPD) einen Straßenzustandsbericht. Notfalls, sagt der FDP-Politiker Herbert Hölters, müsse man mehr Geld in die Hand nehmen.

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