Übergewichtigen Kindern will die Kinderklinik am „Eli“ helfen und bietet ein ganzheitliches Projekt an. Im Mittelpunkt steht auch der Sport.

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Wollen übergewichtigen Kindern und Jugendlichen helfen: Sabine Flett, Wolfgang Kölfen und Jana Bauer (v.l.).

Wollen übergewichtigen Kindern und Jugendlichen helfen: Sabine Flett, Wolfgang Kölfen und Jana Bauer (v.l.).

Jörg Knappe

Wollen übergewichtigen Kindern und Jugendlichen helfen: Sabine Flett, Wolfgang Kölfen und Jana Bauer (v.l.).

Mönchengladbach. Mönchengladbach hat laut Statistik mehr dicke Kinder als jede andere Stadt. Bereits bei der Einschulung haben 14 Prozent der Kleinen zu viel Speck auf den Hüften. Am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Städtischen Kliniken startet jetzt ein Projekt, das den Kindern helfen soll.

In Gruppen von jeweils 15 Kindern soll über Adipositas und richtiges Verhalten bei Übergewicht aufgeklärt werden. "Es ist eine Kooperation zwischen uns, den Krankenkassen und den Kinderärzten", sagt Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin.

"Durch die Therapie soll die Leistungsfähigkeit um zehn Prozent gesteigert werden."

SabineFlett, Diabetologin

Der Kurs dauert ein Jahr. Dadurch soll gesichert werden, dass Kinder nicht nur kurzfristig ab- und dann wieder zunehmen. "Wir machen zwei Unterrichtsstunden Sport pro Woche, eine Stunde Schwimmen und einmal im Monat Sport mit den Eltern zusammen. Denn die ganze Familie muss lernen, den Alltag umzustellen", sagt Dr. Sabine Flett, Diabetologin und Ernährungsmedizinerin.

Niedriger Bildungsstand und Sozialstatus, Migrationshintergrund und Übergewicht der Eltern seien häufige Gründe für Übergewicht bei Kindern. Dadurch sind viele Krankheiten, die bislang nur bei Erwachsenen auftreten, nun auch schon bei Kindern und Teenagern bekannt - von orthopädischen Störungen bis hin zu Diabetes. Adipöse Kinder quälen sich häufig mit der Abneigung von Klassenkameraden.

Im Sportunterricht in der Schule bewegt sich jedes Kind gerade einmal sieben Minuten, die Leistungsfähigkeit ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken. "Durch die Therapie soll diese Leistungsfähigkeit um zehn Prozent gesteigert werden. Das überprüfen wir mit Tests vor und nach der Therapie", sagt Flett.

Das Projekt beginnt nach den Sommerferien. Es wird zwei Gruppen geben - eine für Acht- bis Zwölfjährige, eine für 13- bis 17-Jährige. Ein Jahr lang werden die Kinder und Jugendlichen "ganzheitlich" behandelt.

Weitere Informationen gibt es unter Tel. RY 3942 618.

Zusätzlich zu den Sportstunden sind auch Theorie-Einheiten zu den Themen Ernährung, Medizin und Psychologie geplant. Flett: "Das Kind soll sich fragen: ‚Warum esse ich jetzt? Habe ich eine schlechte Note bekommen? Ist mir langweilig?’"

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