Beim Großbäcker Hannen zeichnet sich ein Sanierungsplan ab, der vor allem Beschäftigten wehtut.

Mönchengladbach. Beim Großbäcker Hannen gehen die Öfen nicht aus. Das geht aus dem vorläufigen Sanierungsplan hervor, der in der besorgten Belegschaft kursiert. Das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Giesenkirchener Familienunternehmens mit dem schillernden Geschäftsführer Herbert Hannen wurde jetzt eröffnet.

Den Plänen zufolge soll Hannen deutlich schrumpfen: Demnach könnte nur noch mit etwa der Hälfte der jetzigen Mannschaft – das sind etwa 85 Mitarbeiter – weitergemacht werden. Von den 13 Filialen im Stadtgebiet würde rund die Hälfte aufgegeben. Die zu Hannen gehörenden Cafés Valentino (Hindenburgstraße) und Rossini (Marktstraße) seien verkauft worden.

Vorwurf des Lohndumpings zurückgewiesen

Der Hannen-Insolvenzverwalter Eberhard Stock aus Krefeld äußerte sich auf WZ-Anfrage nicht zur Sanierung seines Klienten. In der „neuen“ Bäckerei werde der Geschäftsführer Herbert Hannen heißen, so Mitarbeiter.

Die rund 85 Arbeitnehmer bekamen von Mai bis Juli Insolvenzgeld der Arbeitsagentur. Mindestens fünf von ihnen hätten die Firma verlassen. In welchem Umfang es bei der Traditionsbäckerei weitergeht, wird auch von den Umsätzen im August und September abhängen. Das sind, wegen der Ferien, umsatzschwächere Monate.

Ohne einen Stellenabbau könne Hannen nicht neu durchstarten, erklärte Stock bereits vor Wochen. „Umsatzeinbrüche im April und Mai“ sollen die akute Schieflage ausgelöst haben. Bei der Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) hieß es in der Vergangenheit mehrfach, Hannen habe seinen Mitarbeitern verspätet Löhne und Gehälter gezahlt. Auch von Lohndumping war die Rede. Aussagen, die Hannen zurückwies.

1956 fing bei der Bäckerei alles an

Bäckerei und Konditorei sind (noch) der größte Familienbetrieb mit den meisten Filialen in der Stadt.

Auch der Vater des jetzigen Geschäftsführers hieß Herbert, er backte die ersten Brötchen ab 1956.

Bei Hannen gab es schon länger Probleme, sagen Insider. Durch die Insolvenz wurden sie sichtbar.

Die Hannen GmbH hat 2008 den Bäckerei- und Konditoreibetrieb der Einzelfirma „Herbert Hannen Bäckerei Konditorei Stehcafé“ übernommen. Die geht zurück auf die vom Vater des Geschäftsführers Herbert Hannen 1956 gegründete Bäckerei.

Das Sortiment an Backwaren umfasst mehr als 50 Brot- und mehr als 20 Brötchen-Sorten. Hannen produziert in Giesenkirchen – zuvor hatte es zwei Backbetriebe gegeben.

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