Wer ein Zertifikat als Schweißer bekommt, hat den Job so gut wie sicher. Arge und Arbeitsagentur zahlen für die Weiterbildung.

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Hubert Bittner beim Schweißen mit Gas in der Kursstätte an der Oststraße.

Hubert Bittner beim Schweißen mit Gas in der Kursstätte an der Oststraße.

In der Smitten

Hubert Bittner beim Schweißen mit Gas in der Kursstätte an der Oststraße.

Mönchengladbach. Seit drei Jahren ist Ijergede Courage (39) arbeitslos. Der gebürtige Nigerianer hat alles versucht, einen Job zu bekommen, doch bis auf kleine Gelegenheitsarbeiten konnte die Arge nicht viel für ihn tun. Doch nun hat er nicht nur eine Weiterbildung zum Schweißer bekommen, sondern auch gleich einen festen Job. "Nicht in Aussicht, sondern wirklich fest zugesagt", freut sich der zweifache Familienvater.

Das Schweißer-Zertifikat gilt immer nur zwei Jahre

Der 39-Jährige ist einer von 150 Langzeitarbeitslosen, die in der Schweißtechnischen Kursstätte (SK) an der Oststraße jedes Jahr die fünfeinhalbmonatige Weiterbildung zum zertifizierten Schweißer machen. 10 000 Euro kostet der Lehrgang pro Teilnehmer. "Doch das ist eine Investition, die sich lohnt. Denn die Vermittlungsquote liegt nach der Weiterbildung bei 90 Prozent", sagt Heike Sparmann, Arbeitsvermittlerin im Service der Arbeitsgemeinschaft für Beschäftigung Arge und Arbeitsagentur.

"Schweißer werden händeringend gesucht. Und sie zu bekommen, ist nicht einfach", sagt Kurth Manthey, Leiter der SK. "Was viele nicht wissen, ist, dass das Schweißen ein Präzisionsberuf mit hohem Anforderungspotenztial ist. Und nur wer eine Zertifikat hat, darf in einer Firma an die Schweißmaschine.

"Dabei sind die Anforderungen so scharf, dass das Zertifikat alle zwei Jahre verfällt und nur durch eine Prüfung verlängert werden kann", erklärt Reinard Esser. Der Kreishandwerksmeister ist Geschäftsführer bei der SK.

Geeignet für den Kurs sei, wer handwerkliches Geschick und den Willen mitbringe, fünfeinhalb Monate durchzuhalten. "Wir haben so viele Bewerber, dass wir uns die Kandidaten genau angucken. Dafür bieten wir eine große Chance, auf dem Arbeitsmarkt sofort genommen zu werden", sagt Manthey. "Menschen, die beratungsresistent sind, brauchen wir nicht. Und wer im Lehrgang auf einmal nicht mehr will, von dem verabschieden wir uns ganz schnell."

Abbrechen, das kommt auch für Hubert Bittner nicht in Frage. Der 41-Jährige hat viele Absagen bekommen. "Wenn ich die vier europaweit anerkannten Schweißerprüfungen habe, die ich hier am Ende des Lehrgangs machen kann, hab ich eine feste Stelle. Davon habe ich so lange geträumt."

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