Acht Frauen haben in Dorthausen ein Jahr lang über Schießstände und Festzelte geherrscht.

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Ministerin Doris Kohnen (v. l.) , Königin Ulrike Storms und Ministerin Silke Tüschzeigen sich beim letztjährigen Schützenfest in voller Pracht.

Ministerin Doris Kohnen (v. l.) , Königin Ulrike Storms und Ministerin Silke Tüschzeigen sich beim letztjährigen Schützenfest in voller Pracht.

Die Lachmöwen in voller Mannschaftsstärke – im Jahr ihrer Herrschaft. In der St. Christophorus-Bruderschaft bilden sie eine Klompengruppe.

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Ministerin Doris Kohnen (v. l.) , Königin Ulrike Storms und Ministerin Silke Tüschzeigen sich beim letztjährigen Schützenfest in voller Pracht.

Mönchengladbach. Am Samstag werden die Taschentücher gezückt. Dann geht das Jahr der Schützenköniginnen in Dorthausen zuende, das Königssilber des Heimatvereins wird im Festgottesdienst an den neuen Schützenkönig Rainer Hofschmied übergeben und bei den Frauen werden die Tränen fließen.

Diese Frauen, das sind die acht Lachmöwen - eine Klompengruppe der St. Christophorus Schützenbruderschaft im Heimatverein Dorthausen, die das letztjährige Schützenfest bestritten hat. Dafür haben die Frauen fünf Jahre lang gespart und bei jeder ihrer monatlichen Treffen einen kleinen Extra-Betrag zur Seite gelegt. "Wenn mal ein Jahr kommt, in dem keiner schießen will, wollten wir das übernehmen können", sagt Kohnen über die Motivation der Frauen. Schützenfest ist für die Majestäten und den Hofstaat keine billige Angelegenheit, und so findet sich nicht immer jemand, der sich die Ehre geben kann, König zu werden.

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Ministerin Doris Kohnen (v. l.) , Königin Ulrike Storms und Ministerin Silke Tüschzeigen sich beim letztjährigen Schützenfest in voller Pracht.

Ministerin Doris Kohnen (v. l.) , Königin Ulrike Storms und Ministerin Silke Tüschzeigen sich beim letztjährigen Schützenfest in voller Pracht.

Die Lachmöwen in voller Mannschaftsstärke – im Jahr ihrer Herrschaft. In der St. Christophorus-Bruderschaft bilden sie eine Klompengruppe.

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Die Lachmöwen in voller Mannschaftsstärke – im Jahr ihrer Herrschaft. In der St. Christophorus-Bruderschaft bilden sie eine Klompengruppe.

Das Maibaumfahren muss zum Beispiel bezahlt werden. Außerdem das Kränzen, bei dem alle, die mithelfen, den Ort in ein Meer aus Krepp-Papier-Rosen zu verwandeln, mit Freigetränken und Brötchen versorgt werden müssen. "Das kostet einige Tausend Euro", sagt Doris Kohnen. Sie war zusammen mit Silke Klütsch Ministerin unter der Regentenschaft von Königin Ulrike Storms.

Auch die Kleider mussten von dem Geld angeschafft werden. Königin und Hofstaat hatten jeweils drei, die anderen fünf Frauen jeweils zwei Kleider, die sie entsprechend der Feierlichkeit wechselten. "Dennoch sind in unserer Gruppe auch Hausfrauen ohne eigenes Einkommen oder Auszubildende, denen das nicht leicht fällt", so Kohnen. Entsprechend stolz ist sie, "dass wir das mit acht Frauen ohne die Hilfe unserer Männer hinbekommen haben."

Wenn Schützenfest gefeiert wird, ist das ganze Dorf auf den Beinen

Kohnen wohnt zwar heute in Hardt, doch sie ist in Dorthausen aufgewachsen. Das Schützenfest ist ihr sehr wichtig. "Das sind die Tage, an denen das ganze Dorf auf den Beinen ist." Da offenbare sich auch viel Zusammenhalt.

Als am Montag des Schützenfestes im vergangenen August beim Klompenball der neue König den Vogel abgeschossen hat, sind bei Doris Kohnen die Tränen geflossen. "Da wurde mir bewusst, dass die schöne Zeit bald vorbei geht."

Doch kamen erst noch die Schützenfeste in Hehn, Rheindahlen, Günhoven, das Stadtschützenfest und das Europaschützenfest im belgischen Kinrooi.

Am Samstag gibt es endgültig kein Zurück mehr. Beim nächsten Schützenfest werden sie und die anderen Lachmöwen den neuen König dennoch unterstützen. In Dorthausen hält man eben zusammen.

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