Zehn Studenten wollen mit Strickkunst auf Probleme der Bekleidungsindustrie hinweisen.

Zehn Studenten wollen mit Strickkunst auf Probleme der Bekleidungsindustrie hinweisen.
Auch bei einem Fest am Schillerplatz strickten Teilnehmer Sehenswürdigkeiten in der Stadt ein. Archiv

Auch bei einem Fest am Schillerplatz strickten Teilnehmer Sehenswürdigkeiten in der Stadt ein. Archiv

Holzenbecher

Auch bei einem Fest am Schillerplatz strickten Teilnehmer Sehenswürdigkeiten in der Stadt ein. Archiv

Das Banner mit dem Schriftzug „It’s time to knit about it“ ist fertig. Es gibt markant das Motto vor für das Vorhaben von zehn Studierenden der Textil- und Bekleidungstechnik an der Hochschule Niederrhein. Sie werden bald im öffentlichen Raum Gestricke anbringen oder Gegenstände einstricken. „Guerilla Knitting“ nennt sich diese Form der Streetart, die nicht nur temporär das optische Erscheinungsbild der Waldhausener Straße verschönern, sondern auch Problembewusstsein schaffen soll.

„Im Vordergrund steht die Problematik der Lieferkette in der Bekleidungsindustrie. Aber wir wollen auch Anregungen geben.“

Lisa Liebenow, Studentin der Textil- und Bekleidungstechnik

„Im Vordergrund steht die Problematik der Lieferkette in der Bekleidungsindustrie. Aber wir wollen nicht nur auf Probleme hinwiesen, sondern auch Gutes aus der Aktion ziehen und Anregungen geben“, sagt Lisa Liebenow. Sie ist Studentin im fünften Semester mit dem Schwerpunkt Bekleidungsmanagement und zurzeit Gruppenleiterin sowie Kontaktperson zu den Lehrenden, insbesondere zum Betreuer Professor Klaus Hardt.

Mit Kommilitonen aus verschiedenen Fachrichtungen bildet Liebenow eine von 29 Gruppen, die im Fachsemester eine Aufgabenstellung von externen und internen Auftraggebern erhalten. Die Gruppe wurde über Los ermittelt und dem Thema „Entwicklung und Realisierung eines Konzepts für Knit Graffiti“ zugeteilt, um den Weg von der Idee bis zu deren Realisierung und Vermarktung zu gestalten.

Anfang November haben Liebenow und ihre acht Mitstreiterinnen sowie Kommilitone Patrick Lauth Konzept und bisherige Arbeitsschritte im Hörsaal der Hochschule vorgestellt. Am 2. Dezember werden zur Vernissage von 14 bis 19 Uhr an der Waldhausener Straße die Installationen vorgestellt und dort zwei Wochen lang zu sehen sein. Geplant sind verschiedene Stationen, die jeweils ergänzt sind um erklärende Texte. So soll etwa ein weißes Gestrick, das in einem Wollknäuel mit roten Fasern zusammenläuft, auf die Qual der Schur bei Schafen in Australien und Parasitenbefall aufmerksam machen.

Andere Stationen verweisen auf Wasser- und Umweltverschmutzung, Arbeitsbedingungen und Reizüberflutung. Beworben wird die Aktion in sozialen Medien und über Flyer als Teil der Öffentlichkeitsarbeit, für die Hanna Vorwirth und Jana Fechter zuständig sind. Bei der Kalkulation mit dem vorgegebenen Budget kommen Inhalte des Projektmanagements zum Einsatz. Patrick Lauth aus der Studienrichtung Textil- und Clothing-Management gefällt die Zusammenarbeit mit Vertretern verschiedener Schwerpunkte. Er ist gespannt, wie die Außenwirkung der Aktion ausfallen wird. Da ist er einer Meinung mit Lena Büchel: „Wir hoffen, dass wir zum Nachdenken anregen können. Die Menschen sollen sich bewusstmachen, wo Kleidung herkommt und wo sie hingeht“.

Weitere Infos zu der Studentengruppe gibt es unter:

www.itstimetoknitabout it.wordpress.com.

www.facebook.com/knitabout ist/

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