S. (33) wurde beim Frühstück mit seiner Familie festgenommen. Er flüchtete aus dem Knast.

Mönchengladbach. Sechs Jahre war er auf der Flucht. Als Polizeibeamte am Freitag Morgen den 33 Jahre alten, aus der Türkei stammender S. in einer Waldhausener Wohnung beim Frühstück mit seiner Frau und seinen beiden Kindern festnahmen, reagierte der gefürchtete Serientäter kaum überrascht.

S. und sein heute 32 Jahre alter Schwager sorgten vor neun Jahren für Aufsehen - durch teilweise spektakuläre Einbrüche in Gaststätten sowie Aufbrüche von Autos und Wohnungen - vor allem in Mönchengladbach.

"Wie geht es dir - gut? Lange nicht mehr gesehen."

Die Polizei-Soko Taurus ermittelte einen Täterkreis von mehr als 20 Personen, die mit wechselnden Beteiligungen Straftaten verübten und dabei fette Beute machten. Ein Großteil der 169 Delikte wurden von S. und seinem Schwager verübt. Bei ihrer Festnahme legten sie ein Geständnis ab. Der Deutsch-Türke wurde 2002 vom Landgericht zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Die verbüßte er ab Juni 2002 in der Justizvollzugsanstalt.

Im Juni 2002 trat S. seine Strafe in Bielefeld an. Hier gelang ihm sechs Monate später die Flucht. Der Familienvater tauchte in der Türkei unter. Wo genau - das fanden die Fahnder nie heraus. In Gladbach erließ die Staatsanwaltschaft wegen der verbliebenen Haftstrafe von 974 Tagen Haftbefehl.

Vor wenigen Wochen bekam die Polizei einen Hinweis. Danach sollte sich der gesuchte S. schon länger in Belgien aufhalten. Hierbei wurde auch bekannt, dass er endlich die Familie in Gladbach besuchen wolle.

Bei der Festnahme erkannte S. den damaligen Kommissionsleiter, grüßte und fragte: "Wie geht es Dir - gut? Lange nicht mehr gesehen."

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