Dem Einzelhandel könnte ein solches Angebot neue Kunden bringen.

Viersen. Die Kreisstadt denkt über kostenfreien Internetzugang für Bürger und Besucher an zentralen Punkten in der City nach. Grundlage hierfür ist ein entsprechender Antrag, den die CDU in der jüngsten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses stellte. Unter anderem wird ein gezielter Ausbau der öffentlichen WLAN-Hotspots wenigstens in den Zentren angestrebt. „Davon würden auch die Gastronomen und Einzelhändler profitieren, denn die Aufenthaltsqualität in den Zentren würde klar verbessert“, so Sarah Feldmann, Vorsitzende der Jungen Union (JU).

Es sollen alle Stadtteile berücksichtigt werden

Hilfreich, meint Feldmann, könnte die geplante neue Gesetzeslage zur Störerhaftung sein, die es den Städten künftig leichter machen wird, in ihren Innenstädten einen öffentlichen WLAN-Zugang zur Verfügung zu stellen. „Flächendeckendes schnelles Internet, aber auch ein offen zugängliches WLAN gehörten nach Ansicht der Bürgerschaft einfach zu einem modernen, komfortablen Lebensstandort dazu“, so das Fazit des CDU-Vorsitzenden Marc Peters nach einer Bürgerveranstaltung der JU vor einigen Tagen. Ebenfalls notwendig nach Meinung des Christdemokraten: eine moderne funk- und festnetzbasierte Breitbandinfrastruktur. Nach dem Willen der CDU soll die Stadtverwaltung an dieser Stelle tätig werden und eine Konzeptvorlage zum Ausbau der Breitbandverbindung erarbeiten. Dabei sollen ausdrücklich alle Stadtteile – so auch Boisheim – berücksichtigt werden. Über mögliche Rahmenbedingungen für die Kreisstadt informierte Dr. Jürgen Kaack, Experte der Beratungsfirma STZ-Consulting Group, die Mitglieder des Wirtschaftsförderungsausschusses.

Nach seiner Aussage kann der Aufbau eines öffentlichen WLAN für Viersen sinnvoll sein und die Attraktivität der Innenstadt steigern, auch wenn konkrete Auswirkungen nicht anzugeben sind: „Um eine positive Wirkung für die Stadt zu erzeugen, sollte eine individuelle Startseite gestaltet und zum Beispiel mit Informationen zu Veranstaltungen und aktuellen Angeboten der lokalen Einzelhändler angereichert werden.“

Die Stadt sollte ein WLAN-Netz besser nicht selbst betreiben

Allerdings: Für die Umsetzung eines öffentlichen drahtlosen Netzwerkes sollte die Stadt nicht selbst als Betreiber auftreten, sondern mit einem Kooperationspartner zusammenarbeiten. In einem ersten Schritt muss geklärt werden, an welchen Punkten eine Versorgung möglich ist. Die maximale Reichweite bei WLAN-Hotspots liegt bei 300 Metern, typisch sind Reichweiten bis zu 150 Metern. Wichtig ist – laut Kaack – eine Startseite mit Viersen-Bezug: „Hier können touristische Dienste mit einem Stadtplan, Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen und Hintergrundinformationen angeboten werden. Eine solche Anwendung lässt sofort erkennen, dass es sich um einen Dienst der Kommune handelt.“ Für den Einzelhandel eröffnet das zusätzliche Werbeansätze. So können aktuelle Sonderangebote gezielt an Passanten in der Nähe des Geschäfts adressiert werden. Offen ist, welche Punkte in Viersen ausgebaut werden und ob für die Stadt Kosten für die Hotspots entstehen. Die Politik beauftragte jetzt die Verwaltung, ein erstes Konzept für eine mögliche Nutzung in Viersen zu erstellen.

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