Knapp über 1000 Flüchtlinge leben in Gladbach. Platz gibt es aber für fast 2800.

Auch das Container-Dorf im Nordpark ist derzeit unbewohnt. Archiv
Auch das Container-Dorf im Nordpark ist derzeit unbewohnt. Archiv

Auch das Container-Dorf im Nordpark ist derzeit unbewohnt. Archiv

Reichartz

Auch das Container-Dorf im Nordpark ist derzeit unbewohnt. Archiv

Derzeit leben exakt 1003 Asylsuchende in der Stadt. „Die Lage ist also deutlich entspannt“, sagt Sprecher Dirk Rütten. „Belegt sind damit nur 36 Prozent der 2766 Plätze, die die Stadt in Übergangsheimen und angemieteten Wohnungen bereithält.“ Es gibt also Leerstände. Und die haben dazu geführt, dass Bürger kritisch nachfragen, warum beispielsweise die Container auf dem Parkplatz 8 im Nordpark und das ehemalige Interimstheater TiN ein paar Meter weiter leerstehen.

„Im Januar und Februar wurden der Stadt nur 17 Flüchtlinge zugewiesen.“

Dirk Rütten, Sprecher der Stadt

„Das sind Unterkünfte, die die Stadt an das Land vermietet hatte“, sagt Rütten. Die Mietverträge sind allerdings vor einem Monat abgelaufen. Das heißt, das TiN und die Leichtbauhallen stehen jetzt der Stadt zur Verfügung. Sie werden schon seit einiger Zeit kaum noch benötigt, seitdem durch das Schließen der Balkanroute und das Abkommen mit der Türkei kaum noch Flüchtlinge angekommen sind. „Im Januar und Februar wurden der Stadt nur 17 Flüchtlinge zugewiesen, elf davon aus Syrien“, sagt Dirk Rütten.

Sozialdezernentin Dörte Schall sagt: „Wir waren Ende 2015 extrem in Zugzwang. Damals war es richtig, schnell möglichst viele Unterkünfte für die ankommenden Menschen zu schaffen.“ Für sieben Millionen Euro wurden die Containerdörfer im Nordpark und auf der Krall’schen Wiese für jeweils 300 Flüchtlinge erbaut. Vorher waren viele Flüchtlinge in den heruntergekommenen Baracken im Luisental, an der Hardter Straße und am Bockersend, in Zelten, Turnhallen und dem damals leerstehenden Discounter an der Aachener Straße untergebracht worden.

Einige Container waren nie komplett ausgelastet

„Die maroden Baracken konnten endlich abgerissen werden“, sagt Dörte Schall. Die Leichtbauhallen im Nordpark seien ab und zu als „Hotel“ benutzt worden. „Die Asylsuchenden, die in der Erstaufnahmeeinrichtung im JHQ registriert wurden, übernachteten oft eine Nacht dort.“ Im Übrigen habe die große Zahl der Unterkünfte, die damals geschaffen wurden, dazu geführt, dass nur wenige Turnhallen zeitweise zur Unterbringung von Asylsuchenden genutzt werden mussten. Derzeit stehen das TiN und die Container im Nordpark leer, ebenso die Einrichtung an der Hehnerstraße mit Platz für 304 Menschen und der Sternstraße mit Platz für 220 Flüchtlinge. Das städtische Gebäude an der Brucknerallee ist nur zur Hälfte belegt, ähnlich sieht es in den anderen Häusern aus. Manche – wie die Leichtbauhallen an der Carl-Diem-Straße – werden sogar nur zu einem Drittel benutzt. Am Fleener Weg stehen Wohncontainer, die die Stadt in den Niederlanden gekauft hat, auf Halde.

„Wir haben alles richtig gemacht und die Probleme besser gelöst als viele andere Kommunen“, sagt Dörte Schall. „Die Leerstände, die wir jetzt haben, waren zu der Zeit, als oft über Nacht ganze Busse voller Menschen kamen, nicht zu erwarten.“ Und sie gibt zu bedenken: „Was passiert, wenn es zum Zerwürfnis zwischen Ankara und Berlin kommt. Dann könnte uns ganz schnell eine Flüchtlingswelle aus der Türkei überrollen.“

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