Beim Brand eines Reiterhofes vor einer Woche wurden vier Pferde verletzt. Die Tierarzt-Kosten bringen die Besitzerinnen in Finanznot.

Mönchengladbach. Meike Oszfolk ist 23 Jahre alt und Studentin. Schon als Kindergartenkind hat sie sich ein Pferd gewünscht. Und weil sie immer wieder fragte, wann es soweit sei, legte ihre ganze Familie zusammen und machte ihr zur Einschulung das lang ersehnte Geschenk. Die Liebe zu den Tieren hat bis heute nicht nachgelassen. „Freude“, ein fünfjähriger Trakehner, ist ihr ganzer Stolz. Für ihn geht Meike Oszfolk neben dem Studium arbeiten, um für seine Unterbringung und seine Versorgung aufkommen zu können.

Doch im Moment ist sie in großer Sorge um das Tier. Denn es gehört zu den Pferden, die bei dem Feuer auf dem Reiterhof in Günhoven vor einer Woche verletzt wurden. „Freude“ erlitt Verbrennungen rund um Maul, Nüstern, Bauch, zwischen den Hinterläufen, an den Fesseln und an den Vorderbeinen. Die Lunge ist durch den Rauch und Ruß betroffen.

Fünf Tage war der Trakehner in der Klinik. Jetzt müssen jeden Tag die Wunden gewaschen und alle zwei Tage die Verbände gewechselt werden. Sobald die sichtbaren Wunden verheilt sind, soll mit der Therapie der Lunge begonnen werden. Außerdem braucht der Hengst viel Liebe. Durch das Erlebnis ist er traumatisiert. Für die Behandlungen musste er sediert werden, weil er niemanden mehr an sich heranließ.

Ein Hengst – Mick, ein siebenjähriger Tinker – war so schwer verletzt, dass er eingeschläfert werden musste, zwei weitere, Mable, elfjähriges Quarter Horse, und Luana, 19-jähriges Englisches Vollblut, haben ebenfalls schwere Wunden, brauchen teure, aufwendige Behandlungen. Die Kosten: jeweils bis zu 6 000 Euro. Für die Besitzerinnen – alles junge Frauen – ist das kaum zu bezahlen.

„Eine halbe Stunde später, und alle Tiere wären tot gewesen.“
Sabine Oszfolk, Mutter einer Pferdebesitzerin

Zum Schock nach dem Feuer und den Sorgen um die kranken Tiere kommen jetzt auch noch finanzielle Nöte. Denn weil die Ursache für das Feuer Brandstiftung war, bezahlt die Versicherung nicht. Der Ortsverband Mönchengladbach der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer will helfen. Er hat ein Spendenkonto eingerichtet.

Das Geld soll für die Tierarztkosten der Pferde verwendet werden, „damit die Besitzerinnen sich wenigstens nicht auch noch über die Kosten Sorgen machen zu müssen“, heißt es auf der Internetseite. Und: „Die Spendengelder werden ausschließlich für die Tierarztkosten verwendet. Sollten mehr Spenden zusammenkommen, als Kosten entstanden sind, werden diese einer Tier-Organisation gespendet.“

Und noch eine Sorge treibt die Reiter um: Niemand wisse, ob der Täter zurückkomme, um noch einmal den Hof anzustecken, meint Meike Oszfolks Mutter Sabine. Zum Glück habe jemand das Feuer mitten in der Nacht gesehen. „Eine halbe Stunde später, und alle Tiere wären tot gewesen“, sagt Sabine Oszfolk.

Weitere Details auf der Internetseite der Vereinigung der Freizeitreiter und -fahrer unter www.vfd-mg.de.

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