Die Stadt will das Einkaufszentrum kaufen. Das Bieterverfahren läuft noch.

Mönchengladbach. Offiziell wird gemauert. Und selbst hinter vorgehaltener Hand gibt sich keiner wirklich aussagefreudig. Kein Wunder: Das Bieterverfahren für das Vitus-Center läuft noch, und wer die Karten offen auf den Tisch legt, verbessert seine Verhandlungsposition kaum. Dennoch ist klar: Die Stadt versucht – über ihre Tochter Entwicklungsgesellschaft (EWMG) – das seit Jahr und Tag vor sich hin dümpelnde Einkaufszentrum in Bahnhofsnähe zu kaufen. Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners sieht es als möglichen neuen Verwaltungs-Standort an, durch den andere Standorte überflüssig werden könnten.

Ein anderes Angebot soll über dem der EWMG liegen

Eigentümerin des Centers ist die Treveria Vermögensverwaltungsgesellschaft mit Sitz in Düsseldorf, verwaltet wird es von der Eurofacility Solutions GmbH mit Sitz in Paderborn. Den Verkauf organisiert die Berliner Gesellschaft CR Investment Management in Form eines Bieterverfahrens. Und dabei liegen eben mehr Hüte im Ring als nur der der Stadt: Ein Konkurrent aus der Vitusstadt etwa bezeichnet sich selbst als bereits überboten und nicht mehr im Rennen. Ein weiteres Angebot soll deutlich über dem der EWMG liegen, aber deshalb nicht zwangsläufig das tragfähigste und realisierbarste sein. Ein niederländischer Mitbewerber soll mitbieten und eine Hotel-Idee soll für die Immobilie im Raum stehen, was planungsrechtlich allerdings schwierig sein dürfte.

Im Vitus-Center überwiegt nicht erst seit dem Auszug von Woolworth im Sommer der Leerstand. Und das, obwohl die Lage der 1988 eröffneten Immobilie dank Bahnhofsnähe und unterem Ende der Fußgängerzone Hindenburgstraße nicht die schlechteste ist.

CDU steht der Idee positiv gegenüber

Die „GroKo“ steht der Möglichkeit, in dem Gebäude einen Verwaltungsstandort einzurichten, offen gegenüber. „Vor dem Hintergrund eines Raumkonzeptes, das endlich erstellt werden muss, könnte das aus meiner Sicht Sinn machen“, sagt Hans Peter Schlegelmilch, Fraktionsvorsitzender der CDU. Selbstverständlich nur dann, wenn man damit – und durch die damit einhergehende Reduzierung von anderen Verwaltungsstandorten – am Ende günstiger läge als vorher. Und letztlich unabhängig davon, ob ein Entwickler im Auftrag der Stadt oder die Stadt selber federführend wäre und ob eine Übernahme den Zweck einer temporären oder permanenten Eigennutzung oder einer gewinnbringenden Vermietung der Flächen verfolgte.

„Wir sprechen hier von einer empfindlichen Stelle unter dem Gesichtspunkt der Stadtentwicklung“, sagt Schlegelmilch. Oder, mit anderen Worten: Bürgerservice in Bahnhofsnähe, warum eigentlich nicht?

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