Der vermisste Junge ist wieder aufgetaucht. Er war aus seiner Hephata-Wohngemeinschaft ausgerissen. Die Polizei suchte ihn mit einem Großaufgebot.

Dominic ist wieder daheim.
Dominic ist wieder daheim.

Dominic ist wieder daheim.

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Dominic ist wieder daheim.

Mönchengladbach. Dominic A. ist seit dem späten Freitagabend unversehrt zurück in seiner Hephata-WG. Der geistig beeinträchtigte Zwölfjährige hatte sich bereits am vergangenen Mittwochabend aus dem Staub gemacht und galt seit Donnerstagmorgen als vermisst. Die Polizei startete am Freitag eine große Suchaktion und brach sie am frühen Freitagabend ab. Ohne Ergebnis. Man schließe jetzt ein Verbrechen nicht mehr aus, sagte zu dem Zeitpunkt ein Polizeisprecher.

 

Währenddessen  hielt sich Dominic bei einer Familie in Rheydt-Mitte auf. Eine 15-Jährige der Familie hatte ihn in einem Supermarkt kennengelernt_ und fand ihn "so süß", dass sie ihn mit nach Hause nahm. Dominic ist ein symphatisches Kerlchen, sagen Mitbewohner in der Hephata-Stiftung. Er lebt seit einiger Zeit in einer Wohngruppe für Kinder und junge Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren. Anfangs kam der Junge tagsüber, über Nacht blieb er zu Hause. Doch die Familienverhältnisse wurden immer schwieriger, sagte Hephata-Betreuer Dieter Kölner am Samstag. "Dominic wollte schließlich nicht mehr nach Hause". Die Eltern sollen mittlerweile geschieden sein.

 

Mithilfe des städtischen Jugendamtes kam Dominic in die "betreute Wohngemeinschaft", hier bezog er ein Zimmer im Erdgeschoss. So war es für ihn am Mittwochabend nicht allzu schwer, das Fenster zu öffnen und nach draußen zu klettern. Dass Dominic erst viele Stunden später vermisst wurde, begründet Kölner so: "Wir haben keine Nachtwache, wohl aber jemanden, der in regelmäßigen Abständen kontrolliert."

 

Offenbar war diese Kontrolle nicht allzu gründlich. Der verhaltensauffällige

Zwölfjährige lief schnurstracks zu einem Supermarkt. Dort lernte er den Teenager

kennen. Beide verstanden sich sofort, Dominic ging mit nach Rheydt-Mitte.

Die 15-Jährige ist eine Tochter von sechs Kindern einer alleinerziehenden Frau.

Die gab nach, als die 15-Jährige und eine weitere Schwester forderten, Dominic

"hier zu behalten". Dass die Frau nicht die Polizei alarmierte, hänge damit zusammen, dass sie "hoffnungslos überfordert" sei, so ein ermittelnder Beamter zur WZ.

 

Der Hephata-Sprössling wurde so anscheinend freiwillig weiteres Mitglied

der Großfamilie. Als am Freitag ein Schwager der Frau in der Wohnung erschien, fragte er, woher der unbekannte Junge komme. Spätestens jetzt stellte sich heraus, 

dass keiner genau wusste, wo Dominic herkommt. Nach einigen Fragen des

Mannes gab der Zwölfjährige an, er wohne in Hephata.

 

Laut Polizei wurde der Junge gegen 22.30 Uhr zurückgebracht. Kölner: "Wir

sind sehr erleichtert, dass es so gut ausgegangen ist." Die Polizei war bei

der Suchaktion mit knapp 100 Beamten, einem Polizei-Hubschrauber

und einigen Spürhunden unterwegs.

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