Volle Einkaufsstraßen in Mönchengladbach an verkaufsoffenen Sonntagen: Dafür kämpfen Vertreter des Handels. WZ-Archiv
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Knappe

Volle Einkaufsstraßen in Mönchengladbach an verkaufsoffenen Sonntagen: Dafür kämpfen Vertreter des Handels. WZ-Archiv

Für einen Sturm der Entrüstung sorgte die Empfehlung der Stadtverwaltung, sechs beantragte verkaufsoffene Sonntage – davon vier in der Gladbacher City – nicht zu genehmigen. „Wenn es so kommt, wäre das ein Schlag ins Gesicht des Handels“, sagt Peter Achten, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW. Bei Stefan Wimmers, Vorsitzender des Gladbacher Citymanagement, meldeten sich viele Geschäftsleute, die sich vom Vorgehen der Verwaltung brüskiert fühlen. Auch die IHK warnt vor einer vorschnellen Absage und rät zu einem Dialog. Und der Geschäftsführer von Galeria Kaufhof, Steffen Siewert, sagt: „Ein verkaufsoffener Sonntag bringt uns natürlich viel Umsatz. Aber genauso wichtig ist es, dass wir uns an diesen Sonntagen den Kunden präsentieren und sie begeistern, auch an anderen Tagen bei uns einzukaufen.“

Politik will zwischen Handel und Verwaltung vermitteln

Den Dialog wollen die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Hans Peter Schlegelmilch und Felix Heinrichs, initiieren. Klartext spricht Jan Kaiser, Geschäftsführer des Handelsverbands Mönchengladbach und des Rhein-Kreises Neuss. „Ich erwarte, dass man bei wackeligen Anträgen auch einmal genug Rückgrat zeigt und nicht im vorauseilendem Gehorsam einknickt. Rückgrat zeigen andere Städte im Rhein-Kreis, etwa Neuss, Dormagen und auch Korschenbroich.“

Kaiser spricht auch ein anderes zentrales Thema deutlich an: „Wie kann man von einer wachsenden Stadt sprechen und dann keine verkaufsoffenen Sonntage auf der Haupteinkaufsstraße der Stadt zulassen wollen? Das passt doch nicht zusammen.“ Der Handelsverbands-Geschäftsführer wundert sich auch, dass es Differenzen bei den Anträgen gab, die vom Gladbacher Citymanagement vorgelegt wurden. Sie sind, so Kaiser, heute rechtssicherer und würden mögliche Kritikpunkte von vornherein aufgreifen.

Es hat zwischen Verwaltung und Citymanagement Abstimmungsgespräche gegeben. In deren Verlauf hat das Citymanagement schweren Herzens den Radius der Geschäfte, die in die verkaufsoffenen Sonntage einbezogen werden sollen, reduziert. Dies hätte dazu geführt, dass das Möbelhaus Schaffrath ein Grenzfall wäre. Differenzen gab es bei Anlässen für Sonntagsverkauf, weil die Rechtssprechung davon ausgeht, dass der öffentliche Charakter des Tages durch ein Ereignis und nicht durch die Sonntagsöffnung bestimmt sein muss. Was heißt: Das Ereignis muss mehr Besucher anziehen. Da ins Minto beim verkaufsoffenen Sonntag alleine mehr als 25 000 Kunden kommen, müsste die Veranstaltung diesen Wert toppen. Das Cityfest wäre so ein Ereignis – auch dieser Sonntagsverkauf am 8. Oktober wurde abgelehnt.

Achten regt an, das Gespräch aufzunehmen und die verkaufsoffenen Tage zu retten. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes NRW will sich einschalten. Die „Task Force“ solle rasch gebildet werden. Die Politiker Schlegelmilch und Heinrichs: „Wir schalten uns ein.“

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