Offenbar aus Frust, weil das Sorgerecht geändert wurde, soll ein 41-jähriger Mönchengladbacher Benzin vor der Haustür seiner Frau ausgeschüttet haben. Das beichtete er einem Taxifahrer.

Das Haus an der Bergerstraße liegt in der Nähe der Geschwister-Scholl-Realschule und des Vereinsgeländes des 1. FC Mönchengladbach.
Das Haus an der Bergerstraße liegt in der Nähe der Geschwister-Scholl-Realschule und des Vereinsgeländes des 1. FC Mönchengladbach.

Das Haus an der Bergerstraße liegt in der Nähe der Geschwister-Scholl-Realschule und des Vereinsgeländes des 1. FC Mönchengladbach.

Am Briefkasten des Hauses sind Brandspuren zu sehen.

Hans-Peter Reichartz, Bild 1 von 2

Das Haus an der Bergerstraße liegt in der Nähe der Geschwister-Scholl-Realschule und des Vereinsgeländes des 1. FC Mönchengladbach.

Mönchengladbach. Nur ein paar Brandspuren an einem Briefkasten zeigen, wie aufregend das Wochenende für eine 47-jährige Mutter, ihre beiden Töchter und die Nachbarn an der Bergerstraße in Windberg war. Wohl aus Ärger über die veränderte Regelung beim Sorgerecht für seine zwölf und 15 Jahre alten Töchter soll der 41-jährige Vater der beiden und Ex-Mann der Frau Feuer an der Eingangstür des Mehrfamilienhauses gelegt haben.

Der laut Polizei „guten Reaktion“ eines Taxifahrers ist es zu verdanken, dass die schwere Brandstiftung schnell geklärt und der Verdächtige flugs festgenommen werden konnte.

Nachbarn konnten den Brand schnell löschen

Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte sich der Rheindahlener am Freitag um 22.40 Uhr von einem Taxi zur Wohnadresse seiner geschiedenen Frau in dem gutbürgerlichen Wohnviertel in der Nähe der Geschwister-Scholl-Realschule bringen lassen. Während der Taxifahrer in der Nähe wartete, allerdings nicht sehen konnte, was sein Kunde in der Zwischenzeit tat, soll der 41-Jährige versucht haben, mit Benzin die Haustüre des Zwei-Parteien-Hauses in Brand zu setzen.

Allerdings entstand nur ein kleiner Brand, der durch aufmerksame Nachbarn schnell gelöscht werden konnte. Durch die Verpuffung entwickelte sich allerdings im Treppenhaus starker Rauch.

Durch den Qualm erlitt die zwölfjährige Tochter des Tatverdächtigen eine Rauchgasvergiftung. Zum Glück musste das Mädchen nur ambulant behandelt werden, und ihre Schwester und Mutter blieben bei dem Vorfall absolut unverletzt.

Der Mann ließ sich vom Taxi bringen und wieder mitnehmen

Eine schwere Brandstiftung liegt dann vor, wenn jemand dort Feuer legt, wo Menschen wohnen oder sich gewöhnlich aufhalten. Es ist ein Verbrechen, für das eine Strafe von mindestens einem Jahr vorgesehen ist.

 

 „Schwere“ Brandstiftung wird von „besonders schwerer“ vor allem dadurch unterschieden, dass durch die Letztere Menschen in Lebensgefahr geraten. Dabei ist mit einer Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren zu rechnen.

Der Vater ließ sich derweil seelenruhig von „seinem“ Taxi nach Hause bringen. Als der Fahrer sich erkundigte, wieso der 41-Jährige so nach Rauch rieche, erzählte ihm der Rheindahlener von seiner Tat – „sozusagen unter dem Siegel der Verschwiegenheit“, wie ein Polizeisprecher berichtet.

Als der Taxifahrer den Mann abgesetzt hatte, informierte er umgehend die Polizei, die den Täter an seiner Wohnanschrift vorläufig festnehmen konnte. Der Mann wurde am Samstagmorgen nach Entnahme einer Blutprobe durch einen Staatsanwalt wieder entlassen. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen schwerer Brandstiftung eingeleitet. Eine Haftstrafe nicht unter einem Jahr ist für solche Taten vorgesehen (genaueres: siehe Infokasten).

Laut Polizei entstand an dem Haus nur ein geringer Sachschaden. Die Bewohner hätten in ihre Wohnungen zurückkehren können, nachdem die alarmierten Feuerwehrleute das Gebäude belüftet hatten.

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