Die Politik muss nun entscheiden. Dass die 35-Liter-Tonne wegfällt, ist so gut wie sicher.

Die Politik muss nun entscheiden. Dass die 35-Liter-Tonne wegfällt, ist so gut wie sicher.
Die bisherige 35-Liter-Tonne wird es ab 2019 wohl nicht mehr geben.

Die bisherige 35-Liter-Tonne wird es ab 2019 wohl nicht mehr geben.

Ilg

Die bisherige 35-Liter-Tonne wird es ab 2019 wohl nicht mehr geben.

Seit gestern Abend hat die Politik die zehn Varianten auf dem Tisch, wie in Zukunft die Müll-Entsorgung in der Stadt ablaufen könnte. Der Abschied von den kleinen Tonnen ist so gut wie sicher. Die zuständige Mags-Tochter GEM und das Institut für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management (Infa) legten dem Umweltausschuss die Alternativen vor. Eine Entscheidung fällt erst in der Sitzung des Hauptausschusses und anschließend im Rat. Kern des Konzepts ist in fast allen Fällen die „Müll-Ehe“, die Single-Haushalte in einem Mehrfamilienhaus oder auf benachbarten Grundstücken schließen sollen. Denn nur auf dieser Grundlage funktioniert das, was die Müll-Planer erdacht haben.

Rolltonnen

Die Mags hat dem Umweltausschuss die Variante mit größeren Rolltonnen (60, 120 und 240 Liter) im zweiwöchentlichen Leerungs-Turnus (für Ein-Personen-Häuser vierwöchentlich möglich) empfohlen. Dadurch würden die von der Berufsgenossenschaft bemängelte Belastung der Müllwerker reduziert und die Kosten der Entsorgung durch den verlängerten Turnus sinken. Nach Prognose der Mags liegen die Kosten pro Einwohner und Jahr in diesem Modell bei 91,50 Euro.

Kleinere Rolltonnen

Das Institut Infa hat aber auch noch eine andere Variante mit einer zusätzlichen 35-Liter-Rolltonne ins Gespräch gebracht. In diesem Fall würde ausschließlich im zweiwöchigen Rhythmus geleert. Die Folge wären weniger Müll-Ehen und eine vermutlich höhere Anzahl an 35-Liter-Tonnen, was zu Platzproblemen in Häusern führen könnte. Das ist die zweitgünstigste Lösung in dem Papier von Mags und Infa mit 94,60 Euro Kosten pro Einwohner und Jahr. „Dieses System wäre auch machbar, aber wir empfehlen es nicht“, sagt GEM-Chefin Gabi Teufel.

Lösung mit bisherigen Tonnen

Theoretisch gingen diese Varianten auch mit den bisherigen Tonnen, wenn die Wagen mit seitlichen Greifarmen ausgerüstet wären, die es für die ganz kleinen Tonnen aber (noch) nicht gibt. Die Tonnen würden dann automatisch geleert, das Problem mit der Berufsgenossenschaft wäre aus der Welt. Dann wäre die Voraussetzung allerdings, dass in den Straßen, in denen der Restmüll abgeholt wird, an dem Tag Halteverbot herrschen müsste. „Das funktioniert im ländlichen Raum, aber nicht in städtischen Regionen“, sagt Heinz-Josef Dornbusch von Infa. Alternativ müssten laut GEM auf jedem Wagen zehn Müllwerker mitfahren, um die Tonnen für die seitlichen Greifarme bereitzustellen (Kosten pro Jahr und Einwohner: 126,80 Euro).

Eine Variante ähnelt sehr der Sammlung von Altpapier und Altglas: Bürger bringen ihren Müll zu Containern in der Nähe, was aber großen Aufwand bei der Suche nach wohnortnahen Standorten mit sich brächte. Die GEM befürchtet, dass die Container schnell so vermüllt aussähen wie jetzt die Altpapiercontainer. Für Neubaugebiete wie die City Ost könnte ein unterirdisches System interessant sein. Die GEM empfiehlt, alle Alternativ-Varianten abzulehnen.

Das sagt die Politik

CDU und SPD legten sich gestern bereits auf die Variante mit den drei Rolltonnen (60, 120 und 240 Liter, zweiwöchentliche Leerung) fest. Die Union will gegen Aufpreis auch wöchentliche Leerung anbieten und in Neubaugebieten die unterirdischen Container ermöglichen. Gerd Brenner (Grüne) sprach sich für die Variante mit der 35-Liter-Rolltonne aus. FDP-Ratsherr Stefan Dahlmanns äußerte ebenfalls Sympathien für diese Lösung, will dies aber noch in der Fraktion diskutieren. Auch die Linken legten sich noch nicht fest.

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