Die Arbeitslosenzahl ist im Mai leicht gesunken, hat im Vergleich zum Vorjahr aber deutlich zugenommen.

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Der Andrang auf den Fluren der Arbeitsagenturen ist auch im Mai nicht signifikant zurückgegangen. (Archiv

Der Andrang auf den Fluren der Arbeitsagenturen ist auch im Mai nicht signifikant zurückgegangen. (Archiv

dpa

Der Andrang auf den Fluren der Arbeitsagenturen ist auch im Mai nicht signifikant zurückgegangen. (Archiv

Mönchengladbach. Die positive Nachricht zuerst: "Der Arbeitsmarkt ist im Mai nicht weiter eingebrochen," stellt Johannes-Wilhelm Schmitz, Chef der Mönchengladbacher Agentur für Arbeit, zufrieden fest. "Wir können sogar eine zaghaft nachgeholte Frühjahrsbelebung erkennen, aber noch keine echte Trendwende."

Die Agentur für Arbeit präsentierte ihre Arbeitsmarktzahlen für den Monat Mai in der Hauptagentur Mönchengladbach. Im Stadtgebiet waren waren im Mai 16355 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. Das sind 116 weniger als im Vormonat, aber 1255 mehr als noch im Mai 2008. Das entspricht einem Anstieg um 8,3 Prozentpunkte.

Der leichte Rückgang, den die Agentur verzeichnet, ist vor allem auf Maßnahmen der Arbeitsgemeinschaft zur Vermittlung von Arbeitslosengeld-II-Empfänger (ARGE) zurückzuführen. "Das ist besonders durch Fördermaßnahmen geschehen", betont der Agenturchef. "Es ist uns gelungen, Nischen zu finden, um Menschen wieder in Arbeit zu bringen." Konkret nennt Schmitz die Pflegeberufe, in die in den vergangenen Monaten verstärkt Arbeitskräfte vermittelt werden konnten.

Insgesamt ist die Lage eher diffus, aber der Agenturchef ist optimistisch. "Die Zahlen zeigen, dass sich die Situation beruhigt", erklärt er. Auch die Zahl der Betriebe, die Kurzarbeit anmelden, geht zurück. "Das heißt aber nicht, dass es weniger Kurzarbeit gibt", betont Johannes-Wilhelm Schmitz, "sondern nur, dass sich der Anstieg bei der Kurzarbeit verlangsamt." Erst die Monate Juni und Juli würden zeigen, wohin die Entwicklung gehe, so der Agenturchef (siehe Info-Kasten).

Die Zahl der Ausbildungsplätze liegt über dem Niveau von 2007

Bei der Zahl der Ausbildungsplätze ist eine ähnliche Entwicklung zu beobachten. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze ging zwar gegenüber dem Rekordjahr 2008 zurück, liegt aber mit mehr als 2700 Stellen noch über dem Niveau von 2007.

Im Mai sind bereits 90 Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld eingegangen.

Davon sind 1595 Arbeitnehmer betroffen. Das sind 2612 Arbeitnehmer (62,5%) weniger als im Monat April.

Doris Schillings, als Geschäftsführerin bei der Agentur für Arbeit für den Ausbildungsbereich verantwortlich, ist zuversichtlich: "Der Ausbildungsmarkt ist noch in Bewegung", erklärt sie. "Viele Betriebe haben sich noch nicht entschieden, wie viele Ausbildungsplätze sie zur Verfügung stellen. Die Situation kann sich noch verbessern." Die Arbeitsagentur will aktiv daran mitwirken.

Am "Tag des Ausbildungsplatzes" haben die Vermittler 389 Azubi-Stellen in der Region geworben, davon 54 für das laufende Jahr, den Rest für 2010. "Es gibt noch sehr interessante unbesetzte Stellen", sagt Doris Schillings.

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