Der langjährige Leiter der Begegnungsstätte BÜZ macht nach 30 Jahren Schluss.

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Tony Trapp, 62 Jahre jung, macht nach 30 Jahren Römerbrunnen Schluss.

Tony Trapp, 62 Jahre jung, macht nach 30 Jahren Römerbrunnen Schluss.

Jörg Knappe

Tony Trapp, 62 Jahre jung, macht nach 30 Jahren Römerbrunnen Schluss.

Mönchengladbach. "Ich bin hier viel reicher geworden durch die multikulturellen Einflüsse um mich herum." Tony Trapp, Leiter der Begegnungsstätte "BÜZ" Römerbrunnen, zieht ein durchweg positives Resümee seiner 30-jährigen Tätigkeit in einem Teil Mönchengladbachs, der im Soziologendeutsch gern als sozialer Brennpunkt bezeichnet wird.

Er sieht den Römerbrunnen, nun Carolinapark genannt, anders: "Dieses Gebiet funktioniert in sich. Es gibt kaum Kriminalität, und die gefühlte Sicherheit ist hoch." Das war nicht immer so, und dass sich zwar noch nicht das Image, wohl aber die Realität geändert hat, dazu hat Tony Trapp in seiner langjährigen Tätigkeit beigetragen.

Dabei ist er auf Umwegen im sozialen Bereich gelandet: nach einer Ausbildung zum Industriekaufmann und einer zweiten zum Fotografen will er sich in der Ära der Hippies und Aussteiger eine Auszeit gönnen und auf Weltreise gehen.

Dabei landet er in Sizilien, wo er zwei Jahre lang lebt und ein soziales Projekt für Jugendliche kennen lernt. "Da ist mir klar geworden, was ich wirklich will", erklärt der heute 62-Jährige. Er macht eine Ausbildung zum Erzieher und wird 1980 Leiter des Abenteuerspielplatzes Römerbrunnen.

"Damals war die Struktur hier noch eine andere, es lebten viele Spanier, Italiener, Jugoslawen und Türken hier", erinnert sich Tony Trapp. Mitte der 90er Jahre gibt es Probleme: der Römerbrunnen wird zum stadtübergreifenden Treff Jugendlicher russlanddeutscher Herkunft. "Man traf sich, um zu saufen", erzählt Trapp.

"Die Integration hat geklappt."

Doch die Probleme sind in den Griff zu bekommen: Die Polizei verhindert, dass auswärtige Jugendliche Randale machen, die Einheimischen erhalten die Möglichkeit, sich in der Nähe eine Hütte zu bauen. Sie wird zum Treffpunkt.

Heute sind die damaligen Problem-Jugendlichen längst erwachsen. "Sie haben alle Arbeit gefunden, sind jetzt selbst Familienväter", unterstreicht der BÜZ-Leiter. "Die Integration hat gut geklappt." 1997 übernimmt er die neu gebaute Begegnungsstätte "BÜZ", die ihren Schwerpunkt auf Bildungsarbeit legt: Hausaufgabenbetreuung, Sprachkurse, aber auch gemeinsame Feste finden hier statt.

Auch für Beratung hat Tony Trapp noch Zeit. "Die Leute kommen vorbei, wenn sie Probleme mit ihren Anträgen haben", erzählt er. Er ist eine Vertrauensperson am Römerbrunnen. Den Grund für seinen Erfolg kann er benennen - Kontinuität.

Jetzt macht er nach 30 Jahren Schluss. Er arbeitet noch den Nachfolger ein. Wer das wird, steht laut Stadtverwaltung übrigens noch nicht fest. Man wolle sich in den kommenden Wochen intern beraten, teilte Pressesprecher Wolfgang Speen mit.

Für Trapp stehen nach seinem Abschied erst einmal Reisen und Fotografieren auf dem Programm.

Die Frage, welche Eigenschaft ihm am meisten bei seiner Arbeit geholfen hat, kann er schnell beantworten. "Mein positives Menschenbild", sagt er. Und das glaubt man ihm.

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