Aus einem Lebensmittellager der Bundeswehr wird jetzt eine Spielstätte.

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Jens Pesel, Generalintendant, spricht beim TiN von Abenteuer. Rechts: Der Eingangsbereich des neuen Theaters. (Fotos (2): Jörg Knappe)

Jens Pesel, Generalintendant, spricht beim TiN von Abenteuer. Rechts: Der Eingangsbereich des neuen Theaters. (Fotos (2): Jörg Knappe)

Der künftige große Theatersaal: 558 Sitzplätze auf Tribünen, 500 qm Bühnenfläche und Orchestergraben.

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Jens Pesel, Generalintendant, spricht beim TiN von Abenteuer. Rechts: Der Eingangsbereich des neuen Theaters. (Fotos (2): Jörg Knappe)

Mönchengladbach. Jahrelang wurden hier die Lebensmittel für Bundeswehr-Rekruten und andere Dienstgrade umgeschlagen. Ab September 2009 ist die riesige ehemalige "Wehrbereichsverpflegungshalle" ein Theater - ob für Schauspiel, Musical oder Konzerte. Mitte März soll mit den rund dreieinhalb Monate dauernden Umbauarbeiten begonnen werden.

Mit welchem Stück die Theaterleute die Spielzeit 2009/2010 im TiN, dem Theater im Nordpark, eröffnen, das wollte Generalintendant Jens Pesel am Freitag nicht verraten. Pesel zum TiN und dem ganzen Drumherum: "Das wird für uns ein Abenteuer, wir wollen ja auch noch gutes Theater machen."

Warum wird das Depot zum TiN?

Bekanntlich ist das Rheydter Theater ab Sommer ein Sanierungsfall: Besserer Brandschutz, moderne Bühnentechnik, weniger Energieverbrauch - das dauert mindestens ein Jahr und kostet Millionen. Die Stadtentwicklungsgesellschaft EWMG kaufte Halle (5600 Quadratmeter Nutzfläche) und Grundstück (18400 qm) nahe dem neuen Finanzamt für gut 1,3 Millionen Euro. OB Norbert Bude (SPD): "Das ist ein guter Standort."

Wer zahlt den Umbau?

Ebenfalls die EWMG. 1,6 Millionen Euro sind kalkuliert. Vorgesehen: Klima-, Lüftungsanlagen, Abbruch-, Maurerarbeiten. Die Besuchertoiletten im Kühlhaus sind ebenfalls renovierungsbedürftig. Die Stadt, die dem Theater eine funktionierende Spielstätte anbieten muss, zahlt für zwei Jahre die Miete. Jährlich rund 250000 Euro.

Wie sieht das neue Theater aus?

Erdgeschoss. Foyer, 800 qm: Catering durch den Betreiber des jetzigen Theatercafés "Linol", Garderobe, Theaterkasse (nur abends geöffnet), zwei Theatersäle mit 558 und 278 Sitzplätzen, Probebühne, große Bereiche für Kostüm und Requisite usw. Obergeschoss. Büros, 200 qm, Proberaum Orchester und Instrumentenlager, 600 qm. Dusche und Toiletten gibt’s hier ebenfalls. Das Ballett tritt nicht im TiN auf, Räume würden noch gesucht, sagt Pesel.

Wie ist die Ersatzspielstätte zu erreichen?

Weil die Stadt kein Geld hat, übernimmt die EWMG die Umbaukosten. Dafür verpflichtet sich die Kommune, die Halle nach dem Auszug des TiN langfristig zu mieten. Zum Beispiel für das Textilmaschinen-Depot in den Boetzelen-Höfen, Eicken. Aber auch Borussia, gar nicht weit vom Theater auf Zeit entfernt, will hier Lagerflächen nutzen. Zum Beispiel für Fan-Artikel.

Die Hausanschrift lautet Am Nordpark 299. Theaterbesucher parken auf dem P 4 gleich nebenan. Er bietet 1850 Stellplätze. Eine spezielle "Theater-Buslinie" ist im Gespräch. Geplant: Theater-, Bus- bzw. Parkticket in einem. Kulturdezernent Gert Fischer (CDU) spricht von einem Mehrpreis (Parken, Bus) "unter zwei Euro".

Wo werden Kassen geöffnet?

Im TiN (abends), oberhalb der Rheydter Stadtbücherei, im ehemaligen Finanzamt Aachener Straße neben der Santander-Bank. Hier zieht vorübergehend die Theater-Verwaltung ein.

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