Neun Vierbeiner sind nun Therapiehunde und arbeiten mit alten oder kranken Menschen.

Ausbildung
Ausgebildete Therapeuten und Pädagogen – mal mit zwei, mal mit vier Beinen: Neun Teams haben gemeinsam erfolgreich die Ausbildung an der Akademie für tiergestützte Therapie absolviert.

Ausgebildete Therapeuten und Pädagogen – mal mit zwei, mal mit vier Beinen: Neun Teams haben gemeinsam erfolgreich die Ausbildung an der Akademie für tiergestützte Therapie absolviert.

Jörg Knappe

Ausgebildete Therapeuten und Pädagogen – mal mit zwei, mal mit vier Beinen: Neun Teams haben gemeinsam erfolgreich die Ausbildung an der Akademie für tiergestützte Therapie absolviert.

Mönchengladbach. Neun Mensch-Hunde-Teams haben es geschafft: Sie bekommen in der Familienbildungsstätte an der Hansastraße 65 ein Zertifikat überreicht – die Hunde eine blaue Decke mit ihrem Namen und dem Emblem von der „Akademie für tiergestützte Therapie“. Ab sofort können die Vierbeiner in Pflege und Pädagogik eingesetzt werden. In der Familienbildungsstätte haben Diplom-Sozialarbeiterin und Motopädin Katrin Meyer und Rita Huber, Inhaberin der Hundeschule „Doglove“, die Schulung geleitet.

Um teilnehmen zu können, müssen die Halter einen pflegerischen oder therapeutischen Grundberuf und die Tiere ein gutes Sozialverhalten haben. Dieses wird zu Beginn der Ausbildung getestet. Dann beginnt die zehnmonatige Ausbildung, die alle sechs Wochen am Wochenende stattfindet.

Auch Tanzen lernen steht auf dem Stundenplan

„Die Auszubildenden sollen zwischendurch genug Zeit haben zu üben“, erklärt Meyer. Die Teilnehmer lernen zunächst theoretische Grundlagen. Dann wird im Garten trainiert. Die Hunde üben, auf Kommando Positionen einzunehmen, die der Therapeut anzeigt, aber auch Übungen wie das „Dogdancing“. Dabei „tanzt“ der Hund bei Musik durch die Beine des Menschen.

Damit die Hunde lernen, sich an kranke und behinderte Menschen anzunähern, bringt Katrin Meyer Patienten aus ihrer mobilen Praxis für Motopädie und tiergestützte Therapie mit, zum Beispiel Rollstuhlfahrer oder Autisten. An einem Tag erzählt die Logopädin Lea Wagner von einem Therapieeinsatz und übt diesen mit den Auszubildenden.

„Das Kind reagiert auf Hunde sehr positiv. Zum Beispiel wird seine Atmung tiefer.“

Gabi Lennartz über eine Wachkoma-Patientin

Schließlich gab es einen Praxiseinsatz im Sankt Antonius-Altenheim, wo die Teilnehmerin Anja Kreiner arbeitet. Die Tiere sollen Kontakt zu den Bewohnern aufnehmen. Am Ende der Ausbildung müssen die Teilnehmer eine Klausur sowie eine Projektarbeit schreiben. Die Hunde werden praktisch geprüft. Die Eignung des Hundes zur Therapiebegleitung muss jährlich verlängert werden.

Gabi Lennartz, 51 Jahre, ist Kinderkrankenschwester im Krankenhaus Neuwerk und arbeitet im ambulanten Pflegedienst „Kiddys @ home“. Sie will ihren zweijährigen Bordercollie Jule gezielt für ein Mädchen einsetzen, das seit sieben Jahren im Wachkoma liegt. „Das Kind reagiert auf Hunde sehr positiv. Zum Beispiel wird seine Atmung tiefer“, erzählt die Krankenschwester. Zudem soll Jule in der Palliativstation des Hospitals eingesetzt werden.

Der Labradoodle Maja der Logopädin Elfriede Bohnen soll Kinder bei der Artikulations-Therapie unterstützen und als Motivator dienen. Hierbei soll er mit den Patienten sogar würfeln oder Karten ziehen – und zwar mit der Schnauze oder mit der Pfote.

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