Im Januar 2012 waren die vier Männer aus Waldniel in der Wohnung eines 23-jährigen Wegbergers aufgetaucht, nachdem einer die Tür aufgetreten hatte. Brutal hatten sie das Opfer, das sie kannten, überfallen und beraubt. Jetzt mussten sich die 35, 32,38 und 28 Jahre alten Angeklagten wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung vor der Ersten Strafkammer des Mönchengladbacher Landgerichts verantworten. Nachdem das Quartett die Tat gestanden und sich entschuldigt hatte, verkündete das Gericht die Urteile.

Der Haupttäter wurde zu knapp vier Jahren Haft verurteilt

Der 35-jährige Haupttäter wurde zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Außerdem wurde der Konsument von Amphetaminen und Kokain in eine Entziehungsanstalt eingewiesen. Die anderen drei Angeklagten, deren Vorstrafenregister nur leere Blätter hatten, wurden zu Bewährungsstrafen von zwei Jahren, einem Jahr und neun Monaten und einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Die Angeklagten hatten sich im Prozess mit der Version verteidigt, dass man das Opfer damals nur zur Rede stellen wollte und ihm „eine Abreibung“ verpassen. Doch dann sei das Ganze aus dem Ruder gelaufen, wofür vor allem der Haupttäter gesorgt habe. Das war bereits am ersten Prozesstag auf einem Video, das der Haupttäter selbst hergestellt hatte, deutlich sicht-und hörbar gewesen. Das Video war später nur zufällig entdeckt worden.

Als Zeuge erinnerte sich das Opfer völlig emotionslos an den Überfall. Die Polizei hatte der 23-Jährige damals gar nicht informiert und dazu im Gerichtssaal auch keine Erklärung abgegeben.

„Die Tür ging auf. Fünf oder sechs Leute kamen herein. Einer schlug mir ins Gesicht“, so das Opfer.“Hol alles raus, die Uhren und die restlichen Klamotten“, sei er aufgefordert worden. „Gib die ganze Kohle raus. Wir sind keine Hampelmänner“, sei gerufen worden. Drei Fernsehgeräte hätten die Eindringlinge zerschlagen. Schmuck, Uhren, Handys, alles hätten die Waldnieler mitgenommen. Die gesamte Beute sei etwa 5000 Euro wert gewesen, so das Opfer. Die Uhren waren allerdings nur billige Kopien.

Im Gerichtssaal zeigten die Angeklagten am Ende Reue: „Es tut mir leid. Ich entschuldige mich“. Als Erster ließ der 28-Jährige durch seinen Verteidiger ein Schmerzensgeld-Dokument über 500 Euro an den Wegberger übergeben. Auch für den 38-Jährigen spielte ein Verteidiger den Geldboten und übergab 500 Euro. Das Opfer nahm die Geldscheine emotionslos entgegen.

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