Rentner (68) wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft verurteilt.

Mönchengladbach. Weil er seine Frau erwürgt, mit Benzin übergossen und in einem Wald verbrannt hat, muss ein Rentner aus Erkelenz für sieben Jahre hinter Gitter. Das Landgericht in Mönchengladbach sprach den 68-Jährigen am Montag nach Angaben eines Gerichtssprechers wegen Totschlags schuldig. Ein Gutachter hatte dem Mann eine schwere Persönlichkeitsstörung attestiert: Er sei sehr konfliktscheu und in der Ehe von seiner Frau jahrelang "an die Wand" gespielt worden.

Auslöser der Tat soll ein Streit um den gemeinsamen Sohn gewesen sein, der von seinen Eltern immer wieder Geld gefordert und dabei das Paar selbst in finanzielle Schieflage gebracht hatte. Wenn der Rentner den Geldhahn zudrehen wollte, sei er stets von seiner Frau mit Vorwürfen konfrontiert worden. Trotz der Verurteilung setzte das Gericht am Montag den Haftbefehl außer Vollzug. Damit soll der Rentner Gelegenheit haben, seine persönlichen Dinge zu regeln, bevor er die Reststrafe antritt.

Der Mann hatte die 64-Jährige im gemeinsamen Haus erwürgt, ihre Leiche in seinem Geländewagen nach Hückelhoven geschafft, in einem Wald mit Benzin übergossen und angezündet. Ein Spaziergänger hatte vier Tage später die verkohlte Leiche entdeckt.

Angeklagter stellte Tod seiner Ehefrau als Unfall dar

Der Angeklagte hatte beim Prozessauftakt behauptet, es habe sich beim Tod seiner Frau um einen Unfall gehandelt. Er habe sie versehentlich bei einem Streit getötet. Ihre Leiche habe er verbrannt, weil sie sich im Todesfall die Einäscherung gewünscht habe. Unmittelbar nach der Tat hatte er seine Frau zunächst als vermisst gemeldet und angegeben, sie sei depressiv gewesen und verschwunden.

Zwei Tage darauf meldete sich sein Sohn bei der Polizei und berichtete, dass sich sein Vater merkwürdig verhalte. Spürhunde schlugen später an mehreren Stellen im Haus und auf der Ladefläche des Geländewagens an.

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