Das Ergebnis der Stichwahl zum Oberbürgermeister war knapp: Hans Wilhelm Reiners (CDU) holte 50,44 Prozent der Stimmen, Amtsinhaber Norbert Bude 49,56.

Wahl
Jubel bei der CDU: Hans Wilhelm Reiners und seine Frau Sylvia feiern den Wahlsieg.

Jubel bei der CDU: Hans Wilhelm Reiners und seine Frau Sylvia feiern den Wahlsieg.

Norbert Bude zeigte sich nach der Wahl enttäuscht.

Knappe, Bild 1 von 2

Jubel bei der CDU: Hans Wilhelm Reiners und seine Frau Sylvia feiern den Wahlsieg.

Mönchengladbach. Schulterklopfen prägte das Bild am Ende der  Oberbürgermeister-Stichwahl am Sonntag. Das begeisterte Schulterklopfen der einen für den knappen Gewinner Hans Wilhelm Reiners (CDU) und das mitfühlende, bedauernde Schulterklopfen der anderen für den unterlegenen Amtsinhaber Norbert Bude (SPD). Mit absolut knapper Mehrheit gewann der Herausforderer die Stichwahl. Er bekam 50,44 Prozent der Stimmen, Bude 49,56.

„Ich werde als OB versuchen, im Sinne der Stadt positive Dinge zu tun und damit auch die überzeugen, die mich nicht gewählt haben.“

Hans Wilhelm Reiners (CDU), neuer Oberbürgermeister

Immer wieder hatten die Mehrheiten während der einstündigen Auszählung geschwankt. Bei der Präsentation auf der Großleinwand im Rathaus Rheydt hat es selten so viele Zwischenrufe und emotionale Szenen gegeben. Lauter Applaus brandete auf, als beim 169. ausgezählten Bezirk von 213 Bezirken das Zwischenergebnis bei 50 zu 50 Prozent lag. „Das ist spannender als die Fußball-WM“, hieß es allenthalben. „Das ist die Trendwende“, ulkte eine SPD-Beobachterin, als kurz danach wieder Bude führte. Doch schon relativ bald gefroren die Mienen der Genossen im großen Ratssaal.

Noch fast eine Viertelstunde wurden sie auf die Folter gespannt. Der Stimmbezirk Bettrath-Hoven ließ auf sich warten. Kurz vor 19 Uhr begann der Applaus der CDU-Gäste im Ratssaal, bald lautstark unterstützt von den CDU-Anhängern in ihren orangen Wahlkampf-Polohemden, die den strahlenden Gewinner, vom Beobachtungsposten im Ratskeller auf dem Weg in den Ratssaal begleiteten.

Als Erster dort gratulierte ihm der unterlegene Norbert Bude, der ihm ins Ohr flüsterte. Was? Ein Geheimnis, das er nicht preisgab. Reiners gestand, dass er mit einem knappen Ergebnis von fünf bis sieben Punkten gerechnet hatte, aber nicht mit einem Schauspiel, das er in seiner politischen Laufbahn „noch nie erlebt hat“. „Diese eine Stunde war nervenaufreibend.“

Wirtschaft und Arbeit sind für Reiners die wichtigsten Themen

Dass ihm nur die eine Hälfte der Wähler das Vertrauen ausgesprochen hat, sieht er gelassen. „Ich werde als OB versuchen, im Sinne der Stadt positive Dinge zu tun und damit auch die überzeugen, die mich nicht gewählt haben.“

Als seine wichtigsten Ziele nannte er die Themen Wirtschaft und Arbeit – „weil die Menschen, die hier leben und eine Arbeit wollen, sie finden sollen“ –, Sauberkeit und Ordnung und die „Motivationslage in der Verwaltung“. Sie habe sich über die Jahre verschlechtert, es stimme etwas an den Strukturen nicht, „daran will ich arbeiten“.

Reiners’ Frau Sylvia, die ebenfalls von einer „nervenaufreibenden“ Stunde sprach und sich freute, dass „sich die Wahlkampfarbeit gelohnt hat“, will ihr neues Leben „auf sich zukommen lassen“. „Es wird sich vieles für mich ändern, ich muss da einfach reinwachsen.“

Geringe Wahlbeteiligung sei schuld, meint Bude

Norbert Bude sprach nach der Wahl von einer großen Enttäuschung. „Man tritt an, um zu gewinnen. Ich habe politisch schon Niederlagen erlebt und bin damit umgegangen.“ Aber die geringe Wahlbeteiligung sei schuld an diesem Ergebnis. „Wenn Wahlen zukünftig noch eine demokratische Legitimierung haben sollen, dann muss in Mönchengladbach etwas passieren.“

Der Fraktionsvorsitzende der SPD, Felix Heinrichs, sagte: „Das ist bitter nach zehn Jahren, in denen Bude der Stadt gut getan hat.“

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