Bei der vierten Convention in der Kaiser-Friedrich-Halle traf sich die Szene zum Austausch und zum Arbeiten.

Körperkunst
Tanina sticht in die Wade von Mario Klein ein Spinnennetz.

Tanina sticht in die Wade von Mario Klein ein Spinnennetz.

„Binz“ zeigt ihre Tattoos.

Jörg Knappe, Bild 1 von 2

Tanina sticht in die Wade von Mario Klein ein Spinnennetz.

Mönchengladbach. Sie ist in der Szene als „Binz“ bekannt und hat ein Ziel: mit 30 will sie am ganzen Körper tätowiert sein. Schon jetzt bedecken die Tattoos ihre Arme bis zu den Händen. Ganz billig wird das Ganzkörperkunstwerk nicht: Die 27-Jährige wird dann Tattoos im Wert von 15 000 bis 20 000 Euro am Körper tragen.

„Andere finanzieren damit ein Auto, ich eben die Tattoos“, sagt „Binz“, die als Altenpflegerin arbeitet und nebenher – zum Ausgleich, wie sie sagt – in einem Tattoostudio die Kunden berät. Jetzt hat sie ihren Bamberger Arbeitgeber nach Mönchengladbach begleitet, zur 4. Tattoo Ink Explosion in der Kaiser-Friedrich-Halle.

Bei der Convention genannten Messe trifft die regionale auf die internationale Tattoo-Szene. 120 Aussteller sind vor Ort und präsentieren ihre Kunst. Im Trend liegt momentan das „Lettering“ – dabei werden ganze Sprüche auf den Körper tätowiert.

Live-Musik und Zombies als Rahmenprogramm

Organisiert wird das Ganze seit vier Jahren von Andy Schmidt, der ein Tattoo-Studio in Willich betreibt. Ihm ist wichtig, dass es neben der eigentlichen Messe auch ein Rahmenprogramm gibt, das zieht. Deshalb wechseln sich Live-Bands auf der Bühne ab, während zehn professionell geschminkte Zombies durchs Publikum wandern und Gruselstimmung verbreiten.

Manche Tätowierer bringen sogar ihre Kunden mit: Tanina aus Münster tätowiert gerade ein Spinnennetz mit Dolch auf die Wade von Mario Klein. Der Warendorfer ist mitgereist, denn er lässt nicht jeden an seine Haut. Tätowierungen sind Vertrauenssache, da muss alles stimmen. „Ich suche manchmal jahrelang nach dem richtigen Motiv und dem richtigen Tätowierer“, erklärt Mario Klein, während er geduldig auf der Liege ausharrt und Tanina seine Wade bearbeitet.

Die meisten Tätowierer bei der Convention kommen aus der Region.

Es waren auch internationale Aussteller vertreten, zum Beispiel aus Kanada, Japan oder den USA.

So weit sind Jakob und Lenny noch nicht. Die jungen Gladbacher sind gekommen, um die Arbeiten der Tätowierer zu sehen und Kontakt herzustellen. „Beim Tätowieren muss es auch menschlich stimmen“, meint der 27-jährige Jakob, der bereits ein Tattoo hat. „Schließlich verbringt man unter Umständen acht Stunden oder mehr beim Tätowierer.“

Die beiden schlendern durch die Räume und informieren sich, aber auch das Rahmenprogramm gefällt ihnen. „Die Live-Musik ist richtig gut“, findet Jakob.

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