EWMG: Beschäftigte gründen Betriebsrat und kritisieren Geschäftsführer. Wann kommt neuer Chef?

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In der EWMG-Zentrale an der Regentenstraße rumort es.

In der EWMG-Zentrale an der Regentenstraße rumort es.

In der EWMG-Zentrale an der Regentenstraße rumort es.

Mönchengladbach. Riesen-Knatsch bei der städtischen Tochtergesellschaft mit Namen EWMG. Weil sich Mitarbeiter gemobbt, aber auch gegängelt fühlen und sich über die ein oder andere Personalentscheidung aufregen, soll ein Betriebsrat gegründet werden. So, meinen Mitarbeiter der Stadtentwicklungsgesellschaft EWMG und damit auch Betroffene, könne man sich besser gegenüber der Geschäftsführung artikulieren.

Derzeit ist Manfred Nieland Chef der Stadtfirma. Vermutlich aus Angst vor Repressalien wollen sich die Mitarbeiter nicht öffentlich outen. Nieland sagte der WZ: "Das Klima bei uns ist gut. Die Kritik kommt von Einzelnen, denn wo gehobelt wird, da fallen auch Späne." Er sei nicht gegen einen Betriebsrat.

Betroffene haben sich nach WZ-Informationen an verschiedene Politiker gewandt. Mit der Bitte, ihnen zu helfen. Die allgemeine Unzufriedenheit innerhalb der EWMG nehme zu. Und Nieland unternehme nichts, das zu ändern, so der Vorwurf. Mit der Arbeitnehmervertretung wolle man sich ein Sprachrohr schaffen, um die "höchst unerfreuliche Situation" zu ändern. Für den 12. und 19. Juni sind die EWMG-Betriebsratsversammlungen terminiert.

Tatsächlich verlässt der ehemalige Stadtkämmerer Nieland "im Laufe des Jahres", wahrscheinlich aber zum 31. Dezember 2008, den EWMG-Chefsessel. Sein Nachfolger soll zum 1. Oktober kommen - und dann vom CDU-Politiker Nieland "eingearbeitet" werden.

In der vergangenen Woche stellten sich fünf Bewerber einem kleinen Auswahlgremium vor. Unter ihnen war auch der Krefelder Stadtkämmerer mit Neuwerker Wohnadresse, Manfred Abrahams.

SPD: Die Vorgänge bei der EWMG sind ein Skandal

Die CDU will den CDU-Finanzmann unbedingt als Nieland-Nachfolger verpflichten.

Allerdings scheint die FDP, der politische Partner der CDU, noch nicht ganz auf "Abrahams-Linie" zu sein. So gibt es Diskussionen darüber, wie hoch die Bezahlung für den Neuen bei der Stadtentwicklungsgesellschaft ausfällt. Offizielle Stellungnahmen zu diesem fürwahr heiklen Thema gibt es weder von der FDP noch von der CDU.

Vor diesem Hintergrund wurde gestern die für Donnerstag (12. Juni) geplante EWMG-Aufsichtsratssitzung abgesagt. Prokurist Lothar Backes: "Es gibt noch Beratungsbedarf." Welchen, das sagte der wortkarge EWMG-Sprecher nicht

Nun soll am 24. Juni, kurz vor den Sommerferien, die Personalie neuer Geschäftsführer in einer Sondersitzung des EWMG-Aufsichtsrates entschieden werden.

Denn ohne eine positive Zustimmung dieses Gremiums kann Gesellschafter und Eigentümer Stadt nicht alleine entscheiden, ob Abrahams nun kommt oder in Krefeld bleibt.

SPD-Fraktionschef Lothar Beine wertete die Vorgänge bei der EWMG als Skandal, dazu gehöre auch die neuerliche Verschiebung der Sitzung. Dieses Vorgehen könne man nicht hinnehmen.

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