Vor Kitas, Schulen, Seniorenheimen und Krankenhäusern wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit verringert. Betroffen sind auch viel befahrene Hauptverkehrsstraßen.

Vor Kitas, Schulen, Seniorenheimen und Krankenhäusern wird die erlaubte Höchstgeschwindigkeit verringert. Betroffen sind auch viel befahrene Hauptverkehrsstraßen.
In Mönchengladbach werden in diesem Jahr zahlreiche Tempo-30-Zonen geschaffen.

In Mönchengladbach werden in diesem Jahr zahlreiche Tempo-30-Zonen geschaffen.

dpa

In Mönchengladbach werden in diesem Jahr zahlreiche Tempo-30-Zonen geschaffen.

Die Gartenstraße ist eine der wichtigsten Verkehrsadern der Stadt. Über sie pulsiert der Verkehr vierspurig zwischen Rheydt und Gladbach. Vor einem Jahr noch wäre es kaum denkbar gewesen, auf dieser Hauptverkehrsstraße eine Tempo-30-Zone einzurichten. Jetzt soll genau das passieren – und zwar noch im ersten Quartal dieses Jahres. Im Bereich vor dem Gymnasium an der Gartenstraße (von der Nordstraße bis Gartenstraße 73) gilt dann ein Geschwindigkeitslimit von 30 km/h.

Auch die Dahlener Straße gehört zu den Hauptverkehrsstraßen in Mönchengladbach. Auf dieser Straße wird häufig gerast. Dabei sind dort viele Kinder unterwegs – auch wegen der Kitas in der Nähe. Jetzt werden auch dort Tempo-30-Schilder aufgestellt: im Bereich vor der Kindertagesstätte Stadtwaldräuber.

Eine Gesetzesänderung macht die Tempolimits möglich

Vor insgesamt 64 Kitas, Schulen, Altenheimen und Krankenhäusern will die Stadtverwaltung neue Tempo-30-Bereiche einrichten. Möglich macht das eine Änderung der Straßenverkehrsordnung. Während es früher große Hürden für Tempo 30 auf innerörtlichen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie Vorfahrtsstraßen gab, kann die Tempodrosselung jetzt angeordnet werden. Die dazu erlassene Verwaltungsvorschrift geht sogar noch weiter und besagt, dass innerhalb geschlossener Ortschaften die Geschwindigkeit im unmittelbaren Bereich von Kitas, Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen in der Regel auf Tempo 30 km/h zu beschränken ist, wenn die Einrichtung über einen direkten Zugang zur Straße verfügt oder im Nahbereich starker Verkehr ist.

„Gerade Kinder, Jugendliche und alte Menschen benötigen im Straßenverkehr unseren besonderen Schutz. Ich bin froh, dass wir durch die Gesetzesänderung die Chance haben, eine Vielzahl von Straßenabschnitten sicherer für die sogenannten schwachen Verkehrsteilnehmer machen zu können“, sagt Ordnungsdezernent Matthias Engel.

Tempo 30 wird bald auch in den Bereichen gelten, wo Lena-Kindergruppen eingerichtet wurden. Dies wird zum Beispiel der Fall an der Eickener Straße und der Waldhausener Straße, der Reyerhütterstraße, der Von-der-Helm-Straße und der Dohler Straße der Fall sein.

Nicht überall war eine Umsetzung möglich

Für die Beschilderung der neuen Tempo-30-Zonen wird mit Gesamtkosten von rund 70 000 Euro gerechnet, die im Haushalt bereits eingeplant sind. An der Prüfung, welche Einrichtungen die rechtlichen Voraussetzungen erfüllen, waren neben den städtischen Ämtern die Mags als Straßenbaubehörde, die Verkehrsbetriebe und die Polizei beteiligt.

Doch nicht überall war eine Temporeduzierung umsetzbar. Bei den Seniorenheimen Haus Bungeroth und Katharinenstift Hardt hatte beispielsweise die NEW Bedenken angemeldet. Dort würden Temporeduzierungen zu Zeitverlusten im Linienverkehr führen. Im Fall Katharinenstift gebe es bereits Abkürzungsverkehr über den Karrenweg, der bei einer Temporeduzierung auf der Vorster Straße noch verstärkt würde. An Haus Bungeroth gebe es Fußgängerampeln, außerdem sei im Eingangsbereich eine Zone für das Ein- und Aussteigen vorhanden.

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