Unfallrisiko: Die Aktion „Walking Bus“ soll Kinder selbstständiger und den Schulweg sicherer machen. Die erste Grundschule erprobt in Rheydt die britische Idee.

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An der Haltestelle für den „Walking Bus“ an der Oberlinstraße warten Michele (8, l.) und Angelique (7) auf den Start.

An der Haltestelle für den „Walking Bus“ an der Oberlinstraße warten Michele (8, l.) und Angelique (7) auf den Start.

An der Haltestelle für den „Walking Bus“ an der Oberlinstraße warten Michele (8, l.) und Angelique (7) auf den Start.

Mönchengladbach. Die Idee kommt aus England und besticht durch ihre Einfachheit: die Grundschulkinder müssen nicht mehr allein zur Schule gehen oder gar alle einzeln mit dem Auto gebracht werden, sondern sie gehen gemeinsam, begleitet von einem oder zwei Erwachsenen. Es gibt feste Routen mit richtigen Haltestellen, bei denen immer weitere Kinder "zusteigen" können. "Walking Bus" nennt sich das.

Die erste Grundschule in Mönchengladbach, die das Walking-Bus-System erprobt, ist die Hermann-Gmeiner-Grundschule in Rheydt-Morr. Dienstagmorgen startete die erste Geh-Gemeinschaft an der Oberlinstraße und machte sich auf den Weg zur Schule.

18 Kinder waren an der ersten Haltestelle dabei. Als die Gruppe in der Schule eintraf, waren es schon 23 Erst- und Zweitklässler. Martina Cremers war eine der Mütter, die den "Walking Bus" begleiteten. "Es macht den Kindern Spaß und sie können sich schon auf dem Schulweg austauschen", fasst sie ihre Eindrücke zusammen. "Auch das Gemeinschaftsgefühl wird gestärkt."

"Die Kinder bewegen sich mehr und sind dabei sicherer unterwegs."

Erwin Hanschmann Verkehrssicherheitsberater

Mit zwei Routen wurde begonnen: Die eine führt durch Ohler, die andere durch Pongs. Angeregt hat die Aktion Erwin Hanschmann, der zuständige Verkehrssicherheitsberater der Mönchengladbacher Polizei. Er sieht gleich mehrere Vorteile in dem Projekt: "Die Kinder bewegen sich mehr, sie lernen, wie man sich richtig im Straßenverkehr verhält und sie sind nicht allein unterwegs, also sicherer."

Der Erfolg des "Walking Bus" hängt entscheidend von der Mithilfe der Eltern ab. Ein bis zwei müssen jeden Tag zuverlässig bereit sein, die Kinder zu begleiten. Doch der Aufwand lohnt sich. Denn so müssen nicht alle Eltern jeden Tag ihre Kinder zur Schule bringen. Erhoffter Nebeneffekt: Das morgendliche Verkehrsaufkommen vor der Schule reduziert sich. Immer wieder ist auch gerade dieser Bringverkehr ein Unfallrisiko für die Kinder.

Nach einer Auswertung der Aktion soll das Projekt im nächsten Jahr auf weitere Schulen ausgeweitet werden.

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