Die Altenheime der Stadt erfüllen ihren Bewohnern verborgene Wünsche.

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Ihre Wünsche wurden erfüllt: Die Heimbewohner Oskar Schlorckes (2.v.l.) und Helmi Kebach (2.v.r.).

Ihre Wünsche wurden erfüllt: Die Heimbewohner Oskar Schlorckes (2.v.l.) und Helmi Kebach (2.v.r.).

Siemes

Ihre Wünsche wurden erfüllt: Die Heimbewohner Oskar Schlorckes (2.v.l.) und Helmi Kebach (2.v.r.).

Mönchengladbach. Einen Flug mit dem Fallschirm. Das ist Oskar Schlorckes (85) größter Wunsch. Er ist einer der Bewohner der städtischen Altenheime und hat an deren Aktion teilgenommen. Seinen Wunsch schrieb er - wie alle anderen - auf einen kleinen Zettel und steckte ihn in eine Glasflasche.

Helmut Wallrafen-Dreisow, Geschäftsführer der Sozial Holding, und sein Team möchten alle Wünsche der Rentner wahr machen. Gleich, ob es der Fallschirmsprung von Herrn Schlorckes ist oder auch ein Rundflug mit dem Heißluftballon. Den Rentnern der Stadt werden alle Wünsche erfüllt - wenn es denn möglich ist. "Leider hat mein Arzt mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er hat mir den Fallschirmsprung verboten", sagt Schlorckes enttäuscht.

Stattdessen wird er jetzt eine Runde mit der Ju 52 drehen. Das war ein Wunsch gleich mehrerer Bewohner, und so wird es bald einen kleinen Ausflug zum Flugplatz geben.

Helmi Kebach (93) hat einen weit weniger spektakulären Wunsch. "Ich möchte einmal ein Musical sehen", sagt die Rentnerin. "Mein Mann war damals nie dafür und hat mir diesen Traum nie erfüllt. Jetzt klappt es doch noch. Ich hab auch keine hohen Ansprüche, irgendeins hier in der Nähe", sagt Kebach.

"Das darf auch ruhig in Hamburg oder Berlin sein", entgegnet Wallrafen. Kebach blickt ihn mit offenem Mund an und kann es nicht glauben. "Ein schönes Musical soll es sein. Nicht Starlight Express, das ist mir zu laut."

112 Bewohner haben einen Flasche mit einem Wunsch abgegeben

Insgesamt wurden 617 Flaschen bedruckt - eine für jeden Bewohner. "Allerdings konnten manche nicht teilnehmen, wir haben viele Demenzkranke in den Häusern", erklärt Wallrafen. Ungefähr 250 Menschen bekamen eine Flasche, um ihre geheimen Wünsche darin zu verstecken. 112 davon wurden befüllt und abgegeben.

"Manche Wünsche sind sehr intim, da können wir nichts zu sagen. Oft geht es auch darum, lang verschollene Verwandte wieder zu finden. Da versuchen wir, was wir können. In einem Fall ist es sehr schwer. Aber wir haben schon gesagt: ‚Zur Not gehen wir zu Kai Pflaume.’"

Ein weiterer "schwerer Fall" ist der Wunsch einer Dame, einmal mit Johannes Heesters zu tanzen. "Vielleicht schaffen wir es wenigstens, dass sich die Beiden einmal treffen werden", wünscht sich Wallrafen (im Foto links, rechts Aufsichtsratschef Frank Boss).

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