Ein Nachtexpress der NVV AG rutscht Sonntagnacht in ein Haus – keiner wird verletzt, der Schaden ist groß.

An dem Nacht-Bus, der in die Hauswand rutscht, entsteht 10.000 Euro Schaden.
An dem Nacht-Bus, der in die Hauswand rutscht, entsteht 10.000 Euro Schaden.

An dem Nacht-Bus, der in die Hauswand rutscht, entsteht 10.000 Euro Schaden.

Polizei / Jörg Knappe

An dem Nacht-Bus, der in die Hauswand rutscht, entsteht 10.000 Euro Schaden.

Mönchengladbach. "Ich hab’ gedacht, da ist eine große Scheibe explodiert. Dann hörten wir laute Stimmen und Schreie". Dieter Claßen (40) glaubt immer noch, dass er schlecht geträumt hat. In der Nacht zum Sonntag, kurz nach 4 Uhr, ist er in seinem Haus an der Wickrathhahner Brinkmannstraße jäh aus dem Schlaf geholt worden. Vom Nachtexpress der NVV AG, der in einer leichten Linkskurve von der eisglatten Straße gegen die Giebelwand des Hauses donnerte.

Der Fahrer (24) des Busses für Nachtschwärmer und drei mitfahrende Mädels kommen mit dem Schrecken davon. Sie bleiben unverletzt.

Auch Claßen, seine Frau Nicole (35) und die drei Kinder im Alter von 17, zwölf und dreieinhalb Jahren bleiben unverletzt. "Aber geschockt sind wir immer noch", sagt der Familienvater zur WZ.

Kälte dringt in die Räume

Als das schwere Gefährt gegen die Wand rutscht, ein Fenster wegdrückt und für "große Risse" in der Hauswand sorgt, schläft das Ehepaar mit dem Jüngsten im Wohnschlafzimmer. "Dann dieser laute Knall und die Explosionsgeräusche", sagt der 40-Jährige.

Als die Drei aufwachen, sind sie in Staub eingehüllt, und schnell wird es in dem Raum kalt. Die winterlichen Minustemperaturen dringen in die Räume. Die schadhaften Stellen hat die Familie mittlerweile ab- und zugedeckt.

Es dauert, bis Polizei, Feuerwehr und dann ein Statiker erscheinen, um zu helfen. Notdürftig werden Wände und Decken im Wohnschlafzimmer abgestützt.

Der Statik-Experte habe empfohlen, den direkt betroffenen Wohnschlafraum und das Zimmer der 17-Jährigen darüber nicht zu nutzen. Folge: Die fünfköpfige Familie (plus Hund) lebt derzeit in einem Kinderzimmer und in der Küche. Die beiden Jüngsten kamen jetzt bei den Großeltern unter. "Damit sie aus dem Durcheinander herauskommen", sagt Dieter Claßen.

Ein NVV-Vertreter habe ihm ein Visitenkärtchen in die Hand gedrückt und ihn gebeten, sich rasch zu melden. "Ich habe am Sonntag angerufen, doch da meldet sich keiner. Da finden wir uns schon im Stich gelassen."

Das Gebäude sei nur noch "bedingt bewohnbar", sagt ein Polizeisprecher. Claßen möchte vorübergehend mit der Familie in eine neue Bleibe ziehen. "Bis wir Genaueres wissen und vor allem Entwarnung für die ,gesperrten’ Räume haben."

An dem NVV-Bus entstand ein Schaden von mindestens 10.000 Euro. Der am Wohnhaus dürfte um ein Vielfaches höher sein.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer