Sommermusik: Die Veranstaltungsreihe fasziniert das Publikum – die Veranstalter auch.

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Eine ehemalige Operndiva, die das Publikum aufmischt: Richetta Manager führt während der Sommermusik am Herrenhaus ihr Publikum zu den Schwarzen am Golf von Mexiko.

Eine ehemalige Operndiva, die das Publikum aufmischt: Richetta Manager führt während der Sommermusik am Herrenhaus ihr Publikum zu den Schwarzen am Golf von Mexiko.

Jörg Knappe

Eine ehemalige Operndiva, die das Publikum aufmischt: Richetta Manager führt während der Sommermusik am Herrenhaus ihr Publikum zu den Schwarzen am Golf von Mexiko.

Mönchengladbach. 650 Zuschauer waren am Freitagabend bei Albie Donnelly’s Supercharge mit special guest Chris Farlowe. 850 waren am Samstagabend bei der Sweet Soul Music Revue der Soulfinger and the All American Soul Stars. Und es gab ein volles Haus beim Jazzbrunch am Sonntagvormittag.

So startete die Sommermusik Schloss Rheydt in ihrem vierten Jahr. Schon lange vor dem Beginn um 11 Uhr sind viele Freunde von Walter Maaßen’s Borderland Jazzband da, um sich am Brunchbuffet zu stärken und mit einem Beitrag von 12,50 Euro zu den zehn Euro Eintrittspreis in der einmaligen Atmosphäre des Herrenhauses aus der Renaissance-Zeit zu schlemmen. Alle Tische auf der Wiese sind belegt, dicht an dicht sitzen die Menschen auf den Tribünenstufen.

Opern-Diva führt Zuhörer an den Golf von Mexiko

Pünktlich beginnt das Gladbacher Urgestein in Sachen New Orleans Jazz, und sofort wippen Füße im Takt. Die meisten jedenfalls. Anlässlich ihres 30-jährigen Jubiläums haben sie ihren Auftritt mit Sängerinnen garniert. Richetta Manager zeigt in der ersten Stunde den Gospel als zum Jazz gehörig.

Die afroamerikanische Opern-Diva, die 28 Jahre in Gelsenkirchen am Musiktheater im Revier als Sopranistin beschäftigt war, nimmt die Zuhörer in ihren Einführungstexten mit in die Kirchen der Schwarzen am Golf von Mexiko. "Die Menschen sind alle schön gekleidet, die Frauen tragen schöne Hüte, die Männer ihren schwarzen Anzug und ihr frisch gebügeltes Hemd."

Dann setzt sie ein mit "What a friend we have in Jesus" und jagt dem Publikum mit ihrer Stimme Schauer über den Rücken, und die Wolken am trüben Himmel reißen augenblicklich auf.

"Hammer", kommentiert das Publikum immer wieder ihren energiegeladenen Gesang. Nach einer halbstündigen Pause, in der jeder gemütlich am Buffet nachfassen kann, bekommt die Band Unterstützung von den Peeters Sisters aus den Niederlanden. Drei junge Frauen, deren Stimmen ganz hervorragend geeignet sind für Hits amerikanischer Swing-Legenden der 30er und 40er Jahre, wie etwa die Andrew Sisters. Das Publikum geht begeistert mit.

Nur noch einige Restkarten gibt es

Bis 15 Uhr hat man Zeit für den Jazzbrunch, und Veranstalter Günter vom Dorp hat zwischendurch Zeit, von dem Ehepaar zu erzählen, das aus Norddeutschland zu Gast ist, das Wochenende mit Übernachtungen im Holiday Inn gebucht hat. "Die sagten, so ein Festival wie hier, hautnah, persönlich und privat, hätten sie in der Hamburger Gegend nicht", sagt er stolz.

Wenige Restkarten für Donnerstag - die Irish Summer Night im Arkadenhof mit dem Kieran Goss Trio - und für Freitag - die SWR Big Band und Paul Carrack, die Stimme von Mike & the Mechanics - sind noch erhältlich.

Der Auftritt der Gruppe Fun mit dem Jugendsinfonieorchester der Musikschule sowie das Klassik Open Air mit den Niederrheinischen Sinfonikern sind ausverkauft, restlos.

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