Der neue Name für ähnliche Aktivitäten heißt jetzt „Medina e.V.“.

Mönchengladbach. Mit 945,89 Euro in der Kasse ist der Verein Einladung zum Paradies (EZP) aufgelöst worden. Der entsprechende Eintrag im Vereinsregister ist auf Wunsch der so genannten Liquidatoren, also der „Auflöser“, nun gelöscht worden. Zu „Auflösern“ waren bei der Mitgliederversammlung der Vorsitzende Sven Lau und Stellvertreter Efstathios Tsiounis bestimmt worden.

Das Geld aus der Vereinskasse soll laut Beschluss an den Verein Medina überführt werden – für einen gemeinnützigen Zweck, wie es heißt. Medina e.V. ist derzeit mit der Angabe „Geschäftsführung Ilhami Gezer“ im Impressum der Internet-Homepage zu finden. Vereinssitz von Medina e.V. – nicht zu verwechseln mit der Begegnungsstube Medina e.V. in Nürnberg – soll Mönchengladbach sein.

Eigentlich hat sich nicht viel geändert. Die Homepage ist weiterhin über die bisherige EZP-Adresse anzusteuern. Betreiber soll das Islamische Bildungs- und Kulturzentrum Braunschweig sein – dahinter soll Ex-EZP-Vorsitzender Muhamed Ciftci stehen.

Lau, der sich Abu Adam nennt, ist dort weiterhin als Seelsorger mit Kontaktdaten aufgelistet, und die Werbung für seinen Laden in Waldhausen ist weiterhin geschaltet.

Zuletzt hatte der vom Verfassungsschutz beobachtete Verein noch 15 Mitglieder gehabt. Bereits Ende Juni hatte der Vorstand die Auflösung angekündigt. EZP sei die „Existenzgrundlage“, also die Moschee, entzogen worden.

Beobachter gehen davon aus, dass die Auflösung der Versuch ist, dem Vereinsverbot zuvorzukommen. Der Sprecher der seit Monaten gegen die Salafisten protestierenden Bürgerinitiative, Wilfried Schultz, geht davon aus, dass die Auflösung „das Ende des Vereins für Eicken, aber nicht für die Stadt ist“.

Der Verfassungsschutz hat auch Läden und Gastronomie im Blick

Die Vereinsmitglieder hätten, sagte Schultz, bereits mehrere gemeinsame Veranstaltungen mit muslimischen Gemeinden und Gruppen in Rheydt angeboten. Und bei der Ankündigung der Auflösung hatte der Vorstand seinen „engagierten Brüdern“ aus Gladbach empfohlen, sich auf andere Gemeinden zu verteilen. In der Einladung zur Mitgliederversammlung wegen der Auflösung Ende Juli hieß es nicht, man versammle sich nicht mehr, sondern lediglich „das letzte Mal unter der Fahne des Vereins Einladung zum Paradies“.

In Mönchengladbach werden vom Verfassungsschutz weiterhin Salafisten beobachtet. Zu den Objekten, die die Verfassungsschützer im Blick haben, gehören auch Ladenlokale oder gastronomische Betriebe. ok

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