Die Sparmaßnahmen führen zu mehr Arbeit, sagen Postboten. Die Post AG weist dies allerdings zurück.

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Das Boten-Fahrrad-Depot an der Lürriper Straße. Zusteller klagen über eine zunehmende Arbeitsbelastung. Bei der Post in Düsseldorf heißt es: „Wir halten uns an den Tarifvertrag.“

Das Boten-Fahrrad-Depot an der Lürriper Straße. Zusteller klagen über eine zunehmende Arbeitsbelastung. Bei der Post in Düsseldorf heißt es: „Wir halten uns an den Tarifvertrag.“

Jörg Knappe

Das Boten-Fahrrad-Depot an der Lürriper Straße. Zusteller klagen über eine zunehmende Arbeitsbelastung. Bei der Post in Düsseldorf heißt es: „Wir halten uns an den Tarifvertrag.“

Mönchengladbach. "Wir bekommen immer mehr aufgebrummt", klagt der junge Postbote. Was ihn noch aber mehr ärgert: Sein Zeitvertrag ist bald beendet. Und der lief seit Jahren.

Spricht man mit Zustellern in Rheydt, Neuwerk oder Stadtmitte, dann hört man im Moment viel Kritik an ihrem Arbeitgeber, dem "Gelben Riesen". Der will bekanntlich sparen, weil die lukrative Briefsparte immer mehr einbricht. Folge von Handy-Kurznachrichten, zunehmenden E-Mails oder preiswerter privater Konkurrenz.

Auch die Adressaten sind verärgert

Laut Briefboten wurden vor etwa drei Wochen "Veränderungen" in ihren Bezirken vorgenommen. Das führte bei nicht wenigen dazu, dass sie jetzt mit mehr Sendungen die Hauseingänge abklappern. Und es führt zu Verärgerungen bei den vielen Kunden, die ihre "Post" jetzt später im Kasten haben.

Für die Gewerkschaft Verdi hat die jüngste Spardiskussion dazu geführt, die seit Jahren andauernden "leistungsverdichtenden Maßnahmen" bei der Zustellung weiter zu forcieren.

Bereits im vergangenen Sommer war die "Sommerzustellung" eingeführt worden: Während der Ferienmonate mit ihrem geringen Aufkommen wird Werbepost nicht am Montag, sondern später verteilt. Die kostensenkende Folge: Ein Bote kann zum Wochenbeginn nicht einen, sondern gleich zwei Bezirke erledigen.

Verdi hat zudem festgestellt, dass auch in Gladbach, das zur Niederlassung Düsseldorf gehört, eine "größere Anzahl" von Mitarbeitern mit befristeten Vollzeitverträgen um ihren Job bangen muss. Diese Verträge würden nicht mehr verlängert.

Derzeit sind knapp 200 Personen in der Zustellung tätig, allerdings nicht nur in Gladbach, wie es bei der Post heißt.

200.000 Briefe sollen es täglich sein

Achim Gahr, Post-Sprecher aus Düsseldorf, betont, dass keiner im Zustelldienst länger als 38,5 Stunden pro Woche arbeiten müsse.

In der Regel nähmen die Kollegen um 6.30 Uhr ihre Verteilaufgabe auf. Und die müsse innerhalb von zehn Stunden plus einer 45-minütigen Pause erledigt sein. Schaffe der Mitarbeiter diesen Zeitrahmen nicht, dann müsse er die Tour abbrechen.

Jährlich, berichtet Gahr, erfolge eine "Neubemessung" des jeweiligen Bezirks. Das passiere nicht nur in Gladbach. So wolle man verhindern, dass der eine mehr arbeiten müsse als der andere. Etwa, wenn in einem Bezirk ein Neubaugebiet dazu gekommen sei.

Der Gladbacher Postbereich ist neben dem Stadtgebiet Mönchengladbach für Erkelenz, Jüchen und Korschenbroich zuständig. Bezogen auf die Jahresmenge, lieferten die Mitarbeiter täglich rund 200.000 Briefe aus.

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