Im Rathaus Rheydt stellte das Architektur Planorama seinen Siegerentwurf vor.

Gerd Holzwarth (r.) , einer der beteiligten Landschaftsarchitekten des Büros Planorama, erläutert den Bürgern das Baumodell.
Gerd Holzwarth (r.) , einer der beteiligten Landschaftsarchitekten des Büros Planorama, erläutert den Bürgern das Baumodell.

Gerd Holzwarth (r.) , einer der beteiligten Landschaftsarchitekten des Büros Planorama, erläutert den Bürgern das Baumodell.

Jörg Knappe

Gerd Holzwarth (r.) , einer der beteiligten Landschaftsarchitekten des Büros Planorama, erläutert den Bürgern das Baumodell.

Mönchengladbach. Das Interesse ist riesig. Der Ratssaal im Rheydter Rathaus ist voll bei der Bürgeranhörung zur Neugestaltung des Marktplatzes. Und die Zustimmung, dass endlich etwas passiert, war riesengroß. "Wenn nicht jetzt etwas passiert, wird es wohl nie mehr etwas", sagt Olaf Nöller, der Pfarrer der evangelischen Hauptkirche, die dem Platz ihren Stempel aufdrückt.

Der Plan für einen Neubau neben der Kirche stößt auf wenig Gegenliebe

Doch da setzt bereits Kritik ein. Denn die Planung beinhaltet zwei Abschnitte: Der erste geht um die Umgestaltung des Marktplatzes. Im zweiten, Plan B, soll zwischen Kirche und Rathaus ein Gebäude zur öffentlichen Nutzung entstehen, das den Platz zur Limitenstraße abriegelt. "Wir brauchen keinen Neubau", fordert Nöller, "der Platz muss freibleiben". Dafür erntet er breite Zustimmung aus den Reihen der Zuschauer.

Er habe sich lange und eingehend mit der Historie des Kirchenbaus beschäftigt und weiß, dass es der Pfarre wichtig war, die Hauptkirche zum Solitär auf dem Platz zu machen. Daran solle festgehalten werden, und Plan B mit dem Neubau in der Schublade bleiben.

5000 Quadratmeter freie Fläche werden benötigt

Zunächst geht es um die Neugestaltung des Platzes. Welche Anforderungen der erfüllen muss, ergibt sich aus der Nutzung als Markt-, Kirmes- und Veranstaltungsfläche. "Dafür brauchen wir einfach 5000 Quadratmeter freie Fläche", sagt Jürgen Beckmann, Fachbereichsleiter am Bauamt der Stadt.

Professor Kunibert Wachten erläutert die Vorgaben, die die Planer hatten. Er war von der Stadt damit beauftragt, im Dialog mit den Rheydter Bürgern zu ermitteln, wie die zukünftig ihre Innenstadt haben wollen. "Die Wohnqualität sollte verbessert werden." Der Markt ist ein Herzstück des Innenstadtkonzeptes.

Sechs Millionen Euro soll die Neugestaltung des Platzes kosten, mit deren Planung das Büro Planorama aus Berlin beauftragt ist. "Dafür verändert sich zuwenig", lautete der Einwand von Monika Reh, einer Bürgerin, die in der Nähe des Marktes wohnt.

Professor Wachten vergleicht daraufhin den momentanen Belag des Platzes mit einem alten Teppichboden. "Den wechseln Sie in ihren Wohnungen doch auch aus." Entsprechend hochwertig und intelligent wird Planorama die Beläge auswählen. "In der Mitte stelle ich mir ein raueres Naturpflaster vor", sagt Maik Böhmer, Mitarbeiter dieses Büros. Am Rand gibt es glatte Platten, die man bequem begehen kann.

"Ein Problem ist die Tiefgarage unter dem Platz", so Böhmer. Ein Großteil der hohen Kosten wird dadurch verursacht, dass damit ein höherer technischer Aufwand verursacht wird. Im Mai erwartet die Stadt einen Bescheid, ob und mit wieviel Geld Land und Bund den neuen Marktplatz bezuschussen werden.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer