30 000 Narren säumen den Zugweg. Und für sie gibt es nicht nur eine Bettrather Mischung.

Mönchengladbach. "Die Straßen sind frei von Schnee, und das erste Mal nach zwei Jahren regnet es nicht am Rosenmontag". Hans Rindfleisch, Mitorganisator des Veedelszoch, ist zuversichtlich, dass nichts die karnevalistische Stimmung der Neuwerker trüben kann. Über 30 000 Narren säumen den Zugweg zwischen Haus Lütz und Dammer Straße, so schätzt die Polizei.

Mit dem Motto "Ett jeht loss - wiierr trecke dä Zoch!" führen die Neuwerker Buure den närrischen Bandwurm an, der sich mit einem grellen Pfiff um 13.11 Uhr in Bewegung setzt. "Ett flupp" ist der karnevalistische Ruf der 42 Gruppen, die ihre fantasievollen, schrillen und witzigen Kostüme zeigen.

Beliebtes Motiv auch in Neuwerk ist das diesjährige Motto des Gladbacher Karnevals "Kleider machen Leute": Die Männer sehen mit Frack und langen Bärten aus wie ein Schneider aus der Märchenwelt, die Frauen haben sich Nadelkissen und große Köpfe aufgenäht: "Dä Wibbel mäk mit Nööld on Knööp, Klamotte vuer Neuwerker Lüüht", so lautet die Botschaft dieser Fußtruppe.

Die Turnerschaft will "Zurück zu den Wurzeln" und marschiert wie einst bei Turnvater Jahn in gestreiften Turnanzügen auf. Die Jungs vom 1. FC Bettrath machen es sich dagegen lieber als Blues Brothers im Bluesmobil bequem. Da, es fällt ein lauter Schuss: Die Gelb-Blauen-Funken haben es doch nicht etwa auf das Haribo-Konfekt abgesehen, das direkt hinter ihrer Kanonen steht?

Nein, die Damen "Süße Bettrather Mischung" mit den überdimensionalen Lakritzbonbons auf dem Kopf setzten munter ihren Weg fort. Schließlich sind wir hier im Karneval, und nicht nur bei den Unformierten ist alles Show. Unter dem Motto "Schwarzbach im Wandel" dürfen sich auch Männer in Frauenkleidung und Frauen in Männerkleidung zeigen, und der Neuwerker Liederkranz darf auf seinem bunt geschmückten Wagen ungeniert verkünden: "60 Jahre gelaufen. Jetzt nur noch sitzen und saufen."

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