Die Stadttochter EWMG will den Hauptbahnhof kaufen. Eine Einigung steht kurz bevor.

Bevor er im Zweiten Weltkrieg am 31. August 1943 zerstört wurde, sah der Rheydter Bahnhof noch so aus.
Bevor er im Zweiten Weltkrieg am 31. August 1943 zerstört wurde, sah der Rheydter Bahnhof noch so aus.

Bevor er im Zweiten Weltkrieg am 31. August 1943 zerstört wurde, sah der Rheydter Bahnhof noch so aus.

Die Stadt geht davon aus, den Rheydter Bahnhof für einen Spottpreis kaufen zu können. Archiv

Sammlung Olaf Nöller, Bild 1 von 2

Bevor er im Zweiten Weltkrieg am 31. August 1943 zerstört wurde, sah der Rheydter Bahnhof noch so aus.

Mönchengladbach. Bei einem für Mitte Januar anberaumten Termin soll der gordische Knoten durchschlagen werden: Die Stadttochter EWMG geht davon aus, dass sie sich in Kürze mit der Immobiliengesellschaft der Deutschen Bahn über den Kaufpreis für das Gebäudes des Rheydter Hauptbahnhofs einigt. „Wir sind auf einem guten Weg, die Einigung steht bevor“, hieß es am Donnerstag bei der EWMG. Auch wenn es bis zu einem Notarvertrag noch etwas dauern könnte, dürfte alles in der ersten Hälfte 2015 über die Bühne gehen. Dann beginnt eine weitere intensive Diskussion: Was macht man mit dem Bahnhofsgebäude? Reißt man es ab? Oder lässt sich der Nachkriegsbau in seiner Kernsubstanz noch nutzen? Fakt ist: Der Rheydter Bahnhof verliert sein „Haupt-“ und verändert sich zu einem Haltepunkt.

Damit würden endlich einige groteske Diskussionen enden. Denn als die Bahn sich vor rund drei Jahren entschloss, das Rheydter Bahnhofsgebäude zu verkaufen, erhoffte man sich auf Bahnseite noch einen stattlichen Kaufpreis. Im Internet kursierten damals Summen von rund 750 000 Euro für das Gebäude. Angeblich soll es auch private Interessenten gegeben haben.

Stadt hat sich ein Vorkaufsrecht einräumen lassen

Da die Stadt sich aber per Satzung ein Vorkaufsrecht einräumen ließ, indem sie einen Bebauungsplan für Bahnhof und Umfeld auf den Weg brachte, war ein Windhundrennen um die Immobilie ausgeschlossen.

Und Mönchengladbach war nicht allein auf weiter Flur: Die Bahn will alleine in NRW 31 Bahnhöfe verkaufen, und überall wurde den Kommunen ein Vorrang beim Kauf eingeräumt. Um die Probleme zu der schwierigen Bewertung der Immobilien zu lösen, vereinbarten Land und Bahn ein Gutachten, das realistische Preise für die Gebäude ermitteln sollte. Rund 180 000 Euro stellte das Land dafür zur Verfügung, Mönchengladbach musste sich mit einem symbolischen Beitrag von 1000 Euro beteiligen. Doch genau dieses Gutachten erwies sich dann zumindest vorläufig als Hemmschuh.

Gutachterstreit um Wert des Bahnhofsgebäudes

Denn der Gutachter fand heraus: Die Mehrzahl der Bahnhofsgebäude hat nicht den Wert, den die Deutsche Bahn in ihren Büchern hat. Beim Gebäude des Rheydter Bahnhofs tendiert der Wert, so ein Insider, sogar gegen Null. Mit anderen Worten: Für den symbolischen Gegenwert von einem Euro sollte die Stadt das Bahnhofshaus übernehmen können – laut Gutachter. Das aber erzürnte die Deutsche Bahn, die andere Erlöse erwartet hat. Und Wertberichtigungen in Millionenhöhe sind nicht nur schwer umsetzbar, sie lösen auch unangenehme Diskussionen aus. Die Folge: Es gab einen Gutachterstreit.

Ein Treffen von Bahn- und Stadt-Vertretern vor einigen Wochen war noch ergebnislos. Doch jetzt ist Bewegung in die Angelegenheit gekommen – die Entscheidung naht.

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