Die Pläne für einen Neubau bleiben weiter umstritten. Der Kämmerer will Nachbesserungen.

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Das Rheydter Rathaus besteht aus denkmalgeschützten Bauten und älteren Neubauten. Bis auf die zwei Denkmäler soll der komplette Bereich abgerissen und neu bebaut werden.

Das Rheydter Rathaus besteht aus denkmalgeschützten Bauten und älteren Neubauten. Bis auf die zwei Denkmäler soll der komplette Bereich abgerissen und neu bebaut werden.

Jörg Knappe

Das Rheydter Rathaus besteht aus denkmalgeschützten Bauten und älteren Neubauten. Bis auf die zwei Denkmäler soll der komplette Bereich abgerissen und neu bebaut werden.

Mönchengladbach. In sechs Abschnitten und innerhalb von zehn Jahren soll das neue Rathaus Rheydt errichtet werden. So wollen es CDU und FDP. Über die Neubau-Pläne, die nach jetzigem Stand 30 Millionen Euro inklusive Abbruch der Altbau-Substanzen kosten sollen, berichtete die WZ bereits am Dienstag.

Das Millionen-Projekt wird von der Opposition aus SPD, Bündnis-Grünen, Freier Wählergemeinschaft FWG und Die Linke strikt abgelehnt, ist selbst innerhalb der Stadtverwaltungsspitze (noch) umstritten. So fordert der wegen der miserablen finanziellen Lage der Stadt unter Druck geratene Kämmerer Bernd Kuckels (FDP) Nachbesserungen. Ihm sind die Kosten zu hoch.

FDP-Fraktionschef Anno Jansen-Winkeln sagte nach dem WZ-Bericht: "Alle Projektdetails kenne ich noch nicht, aber grundsätzlich ist das Vorhaben sinnvoll, allein schon aus Energiespargründen."

Und das ist geplant: 1. Abschnitt: Gebäudekomplex Marktstraße, 6471 qm Fläche, 10,9 Millionen Euro. Abschnitt 2, 2341 qm Fläche, Markt, neuer Eingang mit Super-Bürgerservice (u.a. Meldewesen, Tipps), 3,3 Millionen Euro. 3. Abschnitt: Tiefgarage, 2612 qm, 3,8 Millionen Euro. Abschnitt 4: "Querriegel" Innenhof, 2679 qm, 3,9 Millionen Euro. Phase fünf: Gebäude Limitenstraße, 4640 qm, 6,4 Millionen Euro. 6. Bereich: Ratssaal, 1. und 2. Obergeschoss, 4005 qm, 1,8 Millionen Euro. Die Büro-Komplexe haben vier Geschosse, denkbar seien auch Läden, Bistros usw..

CDU-Besten will einen privaten Investor

In der langen Bauzeit - gestreckt wegen des enormen Finanzbedarfs - sollen Büro-Ausweichquartiere wie das in wenigen Wochen leerstehende Finanzamt Wilhelm-Strauß-Straße genutzt werden. Das gehört der Stadtentwicklunsgesellschaft EWMG und ist behindertengerecht.

Ist "Rathaus neu" unter Einbeziehung der Denkmalbauten "Königliches Bezirkskommando" (Markt) und "Altes Rathauses" komplett, hat man für den Finanzamtsbau offenbar keine Verwendung mehr.

Mit der Aufgabe von Verwaltungs-Dependancen wie Sparkasse Rheydt, Haupt- oder Mühlenstraße will die Stadt Kosten (Miete, Energie) senken.

Für CDU/FDP ist ein Neubau wirtschaftlicher als die Sanierung existierender Gebäude. Das Rathaus Rheydt (ohne Karstadt) zu modernisieren, das würde angeblich 16,6 Millionen Euro kosten.

Nicht dementiert werden in der Stadtverwaltung Äußerungen, CDU-Fraktionschef Rolf Besten mache sich noch stark, dass die Gladbacher Baufirma Jessen das Neubau-Vorhaben möglicherweise als Investor - die Stadt würde von Jessen mieten - hochzieht. Das geht nicht automatisch. Das Projekt muss europaweit ausgeschrieben werden.

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