Medizin: Stofftiere sollen im Rettungswagen den ganz jungen Patienten Halt geben und den Sanitätern die Diagnose erleichtern.

Diese Tröster-Teddys begleiten die Sanitäter in allen Rettungswagen in der Stadt.
Diese Tröster-Teddys begleiten die Sanitäter in allen Rettungswagen in der Stadt.

Diese Tröster-Teddys begleiten die Sanitäter in allen Rettungswagen in der Stadt.

Diese Tröster-Teddys begleiten die Sanitäter in allen Rettungswagen in der Stadt.

Mönchengladbach. 150 Teddys werden hoffentlich reichen. Denn lieber ist es den Rettungssanitätern der Mönchengladbacher Feuerwehr, sie haben gar keine verletzten Kinder zu verarzten. Aber wenn es dann doch der Notfall ist, dann sind sie froh, dass da dieses kleine kuschelige Stofftier in einer Klappe oben in den Rettungswagen zu finden ist. "Das ist ein Halt für die Kinder", sagt Georg Brunenberg, einer der Ausbilder der Feuerwehr.

Sein Kollege Ralf Müller hatte vor zwei Jahren die Idee, bei den Seminaren, die die Ausbilder der Feuerwehr abhalten, bei den Azubis von Feuerwehr und Stadtverwaltung, die hier ihre Erste-Hilfe-Kurse machen, kleine Beträge für diese Aktion zu sammeln. 900Euro kamen im vergangenen Jahr für die Tröste-Teddys zusammen, die jetzt dem Leiter des Rettungsdienstes, Markus Jennissen, übergeben werden konnten.

"Ein Unfall ist für Kinder der absolute Stress", sagt Müller. "Sie sind alleine, haben Schmerzen und wildfremde Menschen kümmern sich um sie. Die blockieren", erzählt er von einer Situation, die er x-mal beobachtete, bevor es die Teddys gab. "Wir haben uns dann beholfen, indem wir einen Latex-Handschuh aufgepustet und ihm ein Gesicht aufgemalt haben", sagt Brunenberg.

Ein tapferer Teddy macht aus Kindern tapfere Patienten

Doch das kostet Zeit, die Sanitäter lieber in die medizinische Versorgung investieren. "Und mit dem Teddy bekommt man außerdem einen ganz anderen Zugang zu dem Kind." Denn der Teddy ist auch verletzt. Er trägt seinen Arm in der Schlinge, über einem Auge kleben kreuzweise zwei Pflaster, genau wie an seiner "Hüfte" und am Schenkel. "Verletzungen werden damit tröstlich normal", sagt Gerd Schwedas.

Kinder unter neun Jahren könnten ihre eigenen Schmerzen nicht lokalisieren und darüber reden. "Aber dann kommt plötzlich ein Satz: ,Der Teddy hat auch Schmerzen am Bein’", berichtet Holger Kernchen von einer typischen Situation. "Dann frage ich: Und dein Bein?" Andersherum könne man Kindern auch erklären, dass der Teddy schon Spritzen bekommen und das ausgehalten hat und so auf notwendige medizinische Schritte vorbereiten.

Selbstverständlich dürfen die Kleinen den Teddy behalten. "Dann können sie stolz erzählen, wie tapfer sie waren", sagt Schwedas. "Und sollten doch mehr Teddys gebraucht werden, werden wir schon irgendwie für Nachschub sorgen", sagt Müller.

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