Der Rettungsdienst arbeitet mit 14 hochmodernen EKG-Geräten.

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Feuerwehrchef Jörg Lampe (r.) und Dr. Marc Deußen mit der neuen Ausrüstung für den Rettungsdienst.

Feuerwehrchef Jörg Lampe (r.) und Dr. Marc Deußen mit der neuen Ausrüstung für den Rettungsdienst.

Knappe

Feuerwehrchef Jörg Lampe (r.) und Dr. Marc Deußen mit der neuen Ausrüstung für den Rettungsdienst.

Mönchengladbach. Die Daten des EKG liegen bereits in der Klinik vor, bevor der Patient dort eingeliefert wird. Das ermöglichen 14 neue, hochmoderne EKG/Defribrillatoren-Einheiten, die der Gladbacher Rettungsdienst jetzt angeschafft hat. Die Hightech-Geräte sind so ausgelegt, dass darüber auch die Reanimation eines Patienten überwacht werden kann.

Gerät ermöglicht direkten Austausch mit Kliniken

Ist beispielsweise die Frequenz bei der Herzdruckmassage zu hoch oder zu niedrig, wird das dem Rettungssanitäter durch einen Balken im Display angezeigt und er kann seine Arbeitsweise anpassen. Falls die Helfer weitere Fehler machen, werden sie darauf von einer Stimme hingewiesen, die Ansagen wie „Hände weg“ oder „Herzdruckmassage gut“ gibt.

Ein weiterer Vorteil gegenüber den jetzt ausrangierten, bis zu 20 Jahre alten Geräten ist, dass die gemessenen Werte sofort per Mail in die Gladbacher Kliniken oder direkt auf die Handys der Ärzte übermittelt werden können. Dadurch können Mediziner und das weitere Personal die Behandlung in der Klinik vorbereiten. „Herzstück“ für die Kontrolle ist ein mit Sensoren ausgestattetes Pad, über das der Ersthelfer bei der Reanimation auf den Brustkorb des Patienten drückt.

Dann werden die Daten in den angeschlossenen Minicomputer übermittelt und ausgewertet. „Messsensoren ermitteln auch die Qualität der Reanimation, zeichnen diese auf und zeigen sie an“, sagt der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes, Dr. Marc Deußen. Er hat die Geräte nach einer Marktanalyse ausgesucht. Diese wurden auch von der Bundeswehr eingesetzt – zum Beispiel im Afghanistan- und Irak-Krieg.

Insgesamt 400 Personen – davon rund 140 Ärzte in den Gladbacher Krankenhäusern – wurden einen Tag lang geschult, damit sie die Geräte optimal einsetzen können. Für die Neuanschaffung der Geräte, die Leben retten können, wurden rund 420 000 Euro investiert. Eine Reanimation kann im Extremfall bis zu 90 Minuten dauern. In dieser Zeit drückt der Helfer bis zu 100-mal pro Minute den Brustkorb des Patienten fünf bis sechs Zentimeter nach unten.

Neu ist auch, dass die Rettungssanitäter bei den Einsätzen ihre übrigen medizinischen Utensilien nicht mehr in zwei Koffern, sondern nur noch in einem Rucksack transportieren und dadurch bei ihrer Arbeit flexibler sind.

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