Die Polizei geht von einem Tötungsdelikt aus. Spürhunde suchten das Areal ab. Die Identität des Toten ist unklar.

Verbrechen
Bis in den Abend war die Polizei vor Ort. Georg Mertschuweit (r.), hat dort eine Halle gemietet.

Bis in den Abend war die Polizei vor Ort. Georg Mertschuweit (r.), hat dort eine Halle gemietet.

Bis in den Abend war die Polizei vor Ort. Georg Mertschuweit (r.), hat dort eine Halle gemietet.

Bis in den Abend war die Polizei vor Ort. Georg Mertschuweit (r.), hat dort eine Halle gemietet.

hpr, Bild 1 von 3

Bis in den Abend war die Polizei vor Ort. Georg Mertschuweit (r.), hat dort eine Halle gemietet.

Georg Mertschuweit war gestern kurz nach 15 Uhr noch auf dem Reme-Gelände. Der Chef eines Omnibus-Handels wollte ein Startkabel holen, weil ein Freund mit dem Auto liegen geblieben war. „Ich habe nichts Verdächtiges bemerkt. Alles war ruhig“, sagte er. Eine gute Stunde später sah die Situation anders aus: Mehrere Polizeifahrzeuge brausten durch die Stadt und steuerten das rund 70 000 Quadratmeter große Areal an der Lürriper Straße an.

Ein Polizeihubschrauber suchte das Gelände aus der Luft ab

Kurze Zeit später sondierte ein Hubschrauber das Gelände und das Umfeld. Der Grund: Gegen 16 Uhr hatten Zeugen in einem Torbogen, der Hallen miteinander verbindet, die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Sie sahen auch, so die Polizei, jemanden weglaufen. Näheres wollten Polizei und Staatsanwaltschaft gestern nicht mitteilen. Sie gehen von einem Verbrechen aus. Abends durchkämmte eine Einsatzhundertschaft den Komplex mit Spürhunden. Der Tote ist noch nicht identifiziert.

Seit die Briten 1992 das Reme-Gelände verlassen haben, hat es hier immer wieder Einsätze von Polizei und Feuerwehr gegeben. Die Briten haben an der Lürriper Straße Kriegsgerät der britischen Rheinarmee gewartet. Zeitweise waren bis zu 1500 Menschen auf dem Areal beschäftigt. Es war eine gute Tradition, dass die Briten auch den Prinzenwagen des Mönchengladbacher Karnevalsverbandes (MKV) in ihren Hallen bauten. Noch heute stehen Karnevalswagen des MKV und seiner Gesellschaften hier.

Als der letzte Kommandant des „37 Rhine Workshop“ sich verabschiedete, begann die ungewisse Zukunft des Areals. Zurück blieben leere Hallen und ein in Teilen mit Altlasten verseuchtes Gelände, das seit 2010 im Besitz der Stadt ist. Sie hatte es damals der Baufirma Jessen abgekauft, weil die Stadt sonst die Altlasten-Sanierung hätte bezahlen müssen, ohne etwas von dem Gelände zu haben. Seit fünf Jahren wird es von der EWMG vermarktet.

Georg Mertschuweit hat bei der Stadttochter eine Halle für seine Omnibusse gemietet. Und er hat auch miterleben müssen, dass immer wieder Unbefugte auf das Gelände gekommen sind. „Von hinten kommt man relativ leicht rein. Da muss man nur den Zaun aufschneiden“, sagt er. Eine Folge: Im vergangenen Jahr erbeuteten Diebe aus seiner Halle ein abgestelltes Motorrad. „Ich kann der EWMG keinen Vorwurf machen. Es ist schwer, so ein großes Gelände abzusichern“, sagt der Unternehmenschef.

Auch Anwohner hatten wiederholt „zwielichtige Gestalten“ beobachtet. Vor Jahren gab es mehrere Großbrände auf dem ehemaligen Militärgelände. Die Stadt ließ damals eine Halle mit Nebengebäuden abreißen. Danach riss die Brandserie ab. Inzwischen haben sich Stadt und EWMG davon verabschiedet, das Areal nur gewerblich zu nutzen. Ein größeres Wohngebiet ist im Gespräch. Die Nähe zum S-Bahnhof Lürrip ist ein Pfund, mit dem man bei der Vermarktung wuchern kann. Die Altlasten-Sanierung steht noch an.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer