Gelber Riese DHL will investieren und zahlt angeblich zu wenig für Flächen.

Da geht es lang: Der Regiopark entwickelt sich mehr und mehr zum Logistikstandort. Beim jetzt anstehenden Vertrag mit der DHL würden aber große Grundstücke „unter Wert“ veräußert, sagen Kritiker.
Da geht es lang: Der Regiopark entwickelt sich mehr und mehr zum Logistikstandort. Beim jetzt anstehenden Vertrag mit der DHL würden aber große Grundstücke „unter Wert“ veräußert, sagen Kritiker.

Da geht es lang: Der Regiopark entwickelt sich mehr und mehr zum Logistikstandort. Beim jetzt anstehenden Vertrag mit der DHL würden aber große Grundstücke „unter Wert“ veräußert, sagen Kritiker.

Esprit zeigt im Regiopark Flagge.

Jörg Knappe, Bild 1 von 2

Da geht es lang: Der Regiopark entwickelt sich mehr und mehr zum Logistikstandort. Beim jetzt anstehenden Vertrag mit der DHL würden aber große Grundstücke „unter Wert“ veräußert, sagen Kritiker.

Mönchengladbach. Der Regiopark, das große Gewerbegebiet in Odenkirchen und Jüchen, wächst. Und damit entstehen in dem vor allem als Logistikstandort ausgewiesenen, autobahn-nahen Areal neue Arbeitsplätze. Jüngstes Beispiel ist Esprit, das über seinen Haus-Logistiker Fiege bis zu 520 Jobs in Güdderath schaffen will.

Nun möchte die Deutsche Post DHL bzw. eine ihrer Töchter nach WZ-Informationen im Park investieren. Von Logistik-Immobilien für „einen Textil-/Fashion-Kunden sowie weitere Kunden“ ist die Rede.

Und von drei Bauabschnitten mit insgesamt 105 000 Quadratmetern Hallen- und Büroflächen. Dadurch würden in Gänze etwa 700 Arbeitsplätze geschaffen, heißt es in Unterlagen, die der WZ vorliegen.

Gut drei Millionen Euro verschenkt?

Der Grundstücks-Deal mit seinen Optionen und Zusagen soll am Donnerstag im Stadtrat (nichtöffentlich) abgesegnet werden. Das wird nicht ohne Kritik über die Bühne gehen, denn seit Tagen kritisieren städtische Mitarbeiter und Politiker das Geschäft, das OB Norbert Bude (SPD) zur Chefsache erklärt hat.

Eine Kritik lautet: Bei dem Vertrag zwischen Stadt/Stadtentwicklungsgesellschaft EWMG und der DHL werde „Stadtvermögen verschleudert“. Beim Verkauf könnte die verschuldete Stadt bzw. ihre Tochter „mindestens gut drei Millionen Euro mehr kassieren“. Wenn sie das denn wollte.

Das ist ein interkommunales Gewerbegebiet der Kommunen Gladbach und Jüchen. Er ist mehr als 120 Hektar groß und gilt als großer Standort vor allem für Logistiker. Die schätzen die Autobahnnähe.

Derzeit sieht es nicht danach aus. Bude und EWMG-Chef Uli Schückhaus fürchteten, der Vertrag platze, wenn für den gelben Riesen alles teurer werde. Schließlich sei der Druck konkurrierender Nachbarstädte groß.

Die Stadt äußert sich nicht

Bestärkt werden die Kritiker des Vertragspaketes Stadt/DHL durch einen Vorgang, der eigentlich unüblich, weil vorgeschrieben sei: Ehe die Partner sich auf einen Preis einigen, müsse zumindest der städtische Gutachterausschuss bzw. die städtische Bewertungsstelle gefragt werden. Und sagen, welcher Verkehrswert infrage kommt. Doch hier steht in den Papieren: „Verkehrswert laut städtischer Bewertungsstelle: nicht ermittelt“.

In der Politik fragt man sich nun: War das Absicht oder wurde es vergessen? Angeblich soll die Bewertungsstelle der Stadt schon häufiger bei Grundstücks-Verkäufen außen vor geblieben sein.

Beim Verkauf an die DHL geht es um gesamt 250 000 Quadratmeter für eine zweistellige Millionensumme. Möglich wird er auch dadurch, dass eine private Eigentümerin einlenkte, nachdem sie öfter städtischen Besuch bekommen haben soll.

Die Stadt hält sich mit Kommentaren zu Fragen der WZ zurück. Der Vorgang sei nichtöffentlich, dazu werde man nichts sagen, so Stadtsprecher Wolfgang Speen.

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