Pläne, Gesamtschule im Gebäude der Geschwister-Scholl-Realschule unterzubringen, stoßen auf Kritik.

Mönchengladbach. Für Schuldezernent Dr. Gert Fischer gibt es angesichts der schlechten Haushaltslage nur eine Lösung für eine dauerhafte Unterbringung der Gesamtschule Stadtmitte: Die Schule zieht in das Gebäude der Geschwister-Scholl-Realschule. Die wiederum soll ihren Standort zukünftig an der Aachener Straße 179 haben, wo zurzeit noch die Gesamtschüler unterrichtet werden.

Die Vorteile aus Sicht der Verwaltung: Durch die Verlagerung der Gesamtschule Stadtmitte an die Standorte Karl-Fegers-Straße und Dülkener Straße könnten die Sekundarstufe I und II je komplett an einem Ort untergebracht werden. Außerdem liegen die Gebäude nur rund 350 Meter auseinander. In der ursprünglich geplanten Variante Aachener Straße 52 und 179 liegen die beiden Gebäude mehr als doppelt so weit auseinander. Außerdem: Die Bausubstanz an den Standorten Karl-Fegers-Straße und Dülkener Straße ist weitaus besser, da die meisten Baukörper höchstens 15 Jahre alt sind.

Das Gebäude der katholischen Hauptschule Stadtmitte an der Aachener Straße 52 ist so marode, dass eine Sanierung zehn Millionen Euro kosten würde, wahrscheinlich mehr – laut Fischer muss in dem Gebäude jede Wand aufgemacht werden, und hinter allen stecke ein großes Risiko, mehr Schäden zu entdecken.

Neubau durch Investor im Haushalt nicht darstellbar

Geprüft worden war auch folgendes Modell. Ein Investor (Schrammen) baut ein neues Schulgebäude, das von der Stadt gemietet oder geleast wird. „Aber das konnte im Haushalt nicht dargestellt werden, ohne das Sicherungskonzept zu gefährden“, sagte Fischer. In der zeitnahen Betrachtung sehe die Belastung erst einmal gering aus, jedoch nicht die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung in 25 Jahren. Auch Fischer hätte, wie er selbst sagt, einen Neubau lieber gesehen. Aber das sei angesichts der Haushaltslage nicht machbar, auch wenn ihm klar sei, dass beide Schulen ein paar „Kröten“ schlucken müssten.

Die „Kröten“ sind aber anscheinend zumindest für die Geschwister-Scholl-Realschule zu groß. Die Schule wird nämlich auf eine Zweizügigkeit gedeckelt. Barbara Duibjohann, Leiterin der Geschwister-Scholl-Realschule und Sprecherin der Realschulen im Schulausschuss, machte in der Sitzung noch einmal deutlich, dass ihre Schule zu einer „Rumpfschule“ degradiert werde, was zulasten der Qualität gehe.

Herbert Pauls (CDU) dazu: „Wir können nicht dem einen System etwas wegnehmen, um ein anderes zu stützen.“ Für ihn ist noch nichts entschieden. Fischer drängte aber zur Eile. Denn bis 2017 soll die Gesamtschule an einem dauerhaften Standort untergebracht sein.

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