Eine leere Lagerhalle des alten Güterbahnhofs an der Breitenbachstraße stand am Freitag in Flammen. Es handelt sich wohl um Brandstiftung. Es kam zu massiven Staus in der City.

Mönchengladbach. Bis zu 50 Meter hoch ist eine pechschwarze Rauchsäule gewesen, die am Freitagnachmittag über dem ehemaligen Güterbahnhof an der Breitenbachstraße stand.

Eine leer stehende, ehemalige Lagerhalle der Deutschen Bahn in der Nähe des Gladbacher Bahnhofs und neben der Zugstrecke nach Düsseldorf stand lichterloh in Flammen. Ein Mädchen wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die 15-Jährige war auf dem Gelände des Güterbahnhofs gefunden worden. Sie soll im Gebüsch gesessen haben.

Um 14.50 Uhr war der Notruf bei der Feuerwehr eingegangen und danach, wie auch bei der Polizei, noch zahlreiche Anrufe besorgter Bürger. Denn die Rauchsäule war weit über die Gladbacher Innenstadt hinaus zu sehen.

Schaulustige säumten die Absperrungen. "Das ist bis nach Viersen zu sehen", sagt einer von ihnen, der wie viele andere mit dem Handy für Verwandte und Freunde reportiert, was er sehen kann.

"Ich hab die Rauchwolke bis nach Viersen gesehen."

Ein Schaulustiger

Ein zehn mal dreißig Meter großer Komplex brannte beinah komplett ab. Das Dach begann kurz vor 16 Uhr Balken für Balken einzustürzen. Immer mehr Einheiten wurden alarmiert.

Von oben wie unten löschten die 55 Kräfte von zwei Wachen der Berufsfeuerwehr und vier der Freiwilligen Feuerwehr: über eine Drehleiter mit Wasserwerfer und von einem Spezialfahrzeug aus mit einem "Schaumwerfer". Man ließ den größten Teil kontrolliert abbrennen. Eine Seite der Halle wurde jedoch "unter Wasser gesetzt", weil daneben ein Mobilfunk-Mast steht.

Anwohner wurden per Lautsprecherdurchsage gewarnt

"Wir haben einen massiven Löscheinsatz gefahren. Aber eigentlich ist das aus unserer Sicht nichts Dramatisches gewesen: ein leerer Schuppen eben. Drumherum nur weitere leere Hallen. Durch die schwarze Wolke sah es allerdings sehr dramatisch aus", sagte Feuerwehr-Pressesprecher Frank Nießen.

Ein Problem war jedoch, dass der Qualm über die benachbarten Wohngebiete zog. So wurden u.a. die Anwohner von Rohrplatz, Rohr- und Kranzstraße per Lautsprecher von der Polizei gewarnt, sie sollten Fenster und Türen geschlossen halten.

Brennende Dachpappe ist wohl schuld an dem starken Ruß

Den ganzen Nachmittag kontrollierte die Feuerwehr die Luftwerte. Sie seien unterhalb der Schwellenwerte geblieben, hieß es. Es habe keine Gefahr für die Bevölkerung bestanden. Noch am Abend stank es in einigen Stadtteilen, die in Windrichtung lagen. Anwohner berichteten von Ascheregen. An der Schwarzfärbung der Wolke und der starken Rußentwicklung war wohl vor allem die brennende Dachpappe schuld.

Zum Glück für den Zugverkehr zog der Qualm mit dem Wind von der Bahnstrecke weg. In der Gladbacher Innenstadt kam es bis in den Abend zu massiven Verkehrsproblemen. Der Bereich um den Güterbahnhof wurde von der Polizei mit Hilfe der Einsatzhundertschaft gesperrt.

Rückstaus gab es vor allem an Lürriper Straße, Hindenburgstraße, Bismarckstraße und Lüpertzender Straße. "Das Problem war der Berufsverkehr", resümierte Hauptkommissar Michael Paland, der den Polizeieinsatz vor Ort leitete.

Sowohl bei der Polizei als auch bei der Feuerwehr geht man derzeit von Brandstiftung aus. In einem leeren Gebäude ohne Strom könne sonst eigentlich kein Feuer ausbrechen. Auf dem Gelände seien immer wieder spielende Kinder beobachtet worden. Ob die verletzte 15-Jährige etwas mit dem Feuer zu tun hat, war am Freitag unklar.

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