Ins Förderprogramm des Landes hat es das Konzept für einen Radschnellweg von Gladbach über Willich nach Krefeld zwar nicht geschafft, die Stadt will sich aber um andere Fördertöpfe bewerben.

Wenn heute die Bezirksvertretung Nord zusammenkommt, steht ein Punkt auf der Tagesordnung, der zwischenzeitlich schon abgehakt schien: der Radschnellweg von Mönchengladbach über Willich nach Krefeld mit dem Titel „eConnectionLine“. Der Name zeigt, dass die komfortabel ausgebaute Trasse auch den zunehmenden Trend zu Elektro-Rädern und einem entsprechend konstant hohen Tempo gerecht werden soll.

„Alle Beteiligten sind sich einig, das Projekt weiter verfolgen zu wollen.“

GregorBonin, Beigeordneter

Dafür war von Mönchengladbach und Krefeld mit Willich und dem Kreis Viersen ein Konzept erarbeitet worden, mit dem man sich bei dem Förderprogramm „StadtUmland.NRW“ des Landes bewarb. Rund 24 Kilometer geht es dabei auf teils bestehenden, teils neu zu errichtenden Rad-Trassen vorbei an Wohn- und Gewerbestandorten, um reichlich Pendler zu erreichen und ihnen eine Alternative zu Auto oder Bussen und Bahnen zu bieten. Auch die 18 Kilometer lange frühere Eisenbahnstrecke 2521 wurde in die Überlegungen einbezogen – zumal auch auf ihr in Teilen bereits ein Radweg angelegt ist.

Den Zuschlag dafür hat es in dem mehrstufigen Landeswettbewerb am Ende doch nicht gegeben. Die Jury hatte den Projektteilnehmern aber empfohlen, es auf anderen Förderwegen zu versuchen. Das wollen die kommunalen Partner jetzt in Angriff nehmen. „Alle Beteiligten sind sich einig, das Projekt weiter verfolgen zu wollen“, sagt Gregor Bonin, im Rathaus Beigeordneter für Planen, Bauen, Verkehr und Umwelt. Entsprechende Gespräche zwischen den Kommunen habe es bereits gegeben, sie sollen in diesem Jahr fortgesetzt werden. „Das Projekt ist ein wesentlicher Baustein im Mobilitätskonzept der Stadt. Eine moderne Großstadt muss das Thema Radfahren generell oben auf ihrer Agenda haben“, sagt Bonin.

Im Haushalt wurden für 2018 für das Vorhaben Planungskosten in Höhe von 720 000 Euro eingestellt, 2019 sind weitere 1,5 Millionen Euro eingeplant. Darin sind noch keine Fördergelder berücksichtigt. „Wir sehen die Möglichkeit, über Klimaschutzprogramme an solche Förderungen zu kommen“, sagt Jürgen Beckmann, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung und Planung. Für die eigentliche Umsetzung ist mit einem siebenstelligen Betrag zu rechnen.

Da dieser Radschnellweg vor allem auf bahneigenem Gelände entstehen soll, will sich die Stadt das „für eine zukünftige Nutzung sichern“, wie es in der Vorlage für die Bezirksvertretung heißt. Das bedeutet, dass sie die notwendigen Flächen gegebenenfalls ankauft – vermutlich mittelbar über eine Tochtergesellschaft. Dann wäre sie aber auch für die komplette technische Infrastruktur und deren Unterhalt zuständig. Laut Beckmann werden deshalb die Brücken auf der Strecke auf ihren Zustand hin untersucht. Erst danach ließe sich entscheiden, ob das Projekt „Radeln auf dem Bahndamm“ umsetzbar sei.

Die notwendigen Flächen müsste die Stadt gegebenenfalls ankaufen

Beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) kommt das gut an. „Wir freuen uns“, sagt Thomas M. Claßen. Das Konzept sei „hochinteressant“, aber nur einer von vielen Bausteinen, besonders mit Blick auf die zunehmende Zahl von E-Bikes. Carsten Knoch, Mobilitätsbeauftragter der Stadt, verweist auf weitere Projekte aus dem Masterplan Nahmobilität. So seien zwei weitere Radschnellwege in der Planung: vom Hauptbahnhof entlang der City-Ost über Lürrip zur Stadtgrenze Richtung Düsseldorf sowie Richtung Rheindahlen mit Anbindung an den Borussiapark.

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