9000 Zuschauer feiern die Band, die neue Songs und viele Klassiker spielte.

Konzert
Hartmut Engler (l., im Hintergrund Bassist Joe Crawford) begeisterte am Freitag 9000 Pur-Fans im Hockeypark.

Hartmut Engler (l., im Hintergrund Bassist Joe Crawford) begeisterte am Freitag 9000 Pur-Fans im Hockeypark.

Jörg Knappe

Hartmut Engler (l., im Hintergrund Bassist Joe Crawford) begeisterte am Freitag 9000 Pur-Fans im Hockeypark.

Mönchengladbach. Die Fans drängen sich in den ersten Reihen, als Pur mit „Schein & Sein“ des gleichnamigen Albums von 2012 ihr Konzert beginnen. Elke Stratmann (46), Anja Hackmann (45), und Sandy Motay (47) jubeln unter ihren blauen Pur-Kappen. Seit 20 Jahren sind die drei Pur-Fans. Schon um 14 Uhr sind sie im Hockeypark, um in die erste Reihe zu kommen. „Wir können alle Lieder auswendig“, sagt Stratmann. Auch Sarah Bruns (42), ebenfalls seit 20 Jahren Fan, hat es in die erste Reihe geschafft. Als Mitglied des Fanclubs FC Mitte hat sie sogar Tochter Nadine Bruns (17) angesteckt – und mitgebracht.

Bei den alten Hits hält es die Fans nicht mehr auf ihren Plätzen

Die Band spielt einen Mix aus neuen und alten Stücken. Bei den ersten Liedern gehen besonders die ersten Reihen mit, aber ab dem Klassiker „Wenn Du da bist“ hält es auch die Fans auf der Tribüne nicht mehr auf ihren Plätzen. So wie Birgit Ebeler (42) und Dagmar Hertel (48). Die beiden sind seit 17 Jahren Fans und haben bundesweit unzählige Pur-Konzerte besucht. Alle Lieder singen sie mit – alte wie neue. Vor den beiden sitzt die 61-Jährige Elke Lickfett. „Früher war ich immer unten in der Menge. Heute bin ich mit Rollator hier. Ich bin froh, dass ich das noch kann“, sagt sie.

Vor allem bei Klassikern wie „Wenn sie diesen Tango hört“ und „Brüder (Stell Dir vor)“, singt das ganze Publikum mit und zündet Wunderkerzen an. Nur bei „Funkelperlenaugen“ ist das Publikum nicht mehr ganz so textsicher. Das fällt auch Frontmann Hartmut Engler auf: „Das ist ein komplettes Durcheinander.“ Gekonnt rettet er die Situation: „Ich möchte einfach nur einen Riesenlärm von Euch hören!“

Dadurch, dass das Hockeystadion mit 9000 Zuschauern nicht ausverkauft ist, können sich die Fans in den hinteren Reihen entspannt das Konzert anschauen – so wie Monika Mevissen mit Familie und Freunden. Die 45-Jährige ist „kein richtiger Pur-Fan“. Sie nutzt aber die Gelegenheit, die Band mal live zu sehen und möchte „die Stimmung mitnehmen“. Ihr Mann Volker (45) meint, dass es im Hockeypark sowieso immer gute Shows gibt.

Nach mehreren Zugaben schließt Pur die Show mit „Wiedersehen“ ab. „Wenn wir uns wiedersehen, das wird wunderschön“, ergänzt Hartmut Engler den Songtext. Birgit Ebeler und Dagmar Hertel sind begeistert: „Pur hat heute viele alte und besondere Lieder gespielt, die sie ganz selten live spielen.“ Und Marion Biehne (48) findet: „Die Stimmung war grandios. Der Sänger hat die Leute mitgerissen. Das war ein richtiges Zusammenspiel von Band und Zuschauern.“

Die siebenköpfige Band wurde 1975 als „Crusade“ gegründet und 1985 in „Pur“ umbenannt. Hartmut Engler ist seit 1976 Sänger der Band.

Die Band hat etliche Auszeichnungen erhalten, unter anderem achtmal die Goldene Stimmgabel, viermal den Echo und einmal die Goldene Kamera.

Pur hat 14 Studioalben und fünf Live-Alben produziert. Die erfolgreichste CD ist „Abenteuerland“ (1995). Das aktuelle Album „Schein & Sein“ wurde 2012 veröffentlicht, das Live-Album „Schein & Sein – Live aus Berlin“ 2013.

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