Schüsse von Schwalmtal: Der 50-jährige Gladbacher Politiker Bernd Püllen wollte zuerst seine Frau sprechen.

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Ein Foto von Bernd Püllen aus besseren Zeiten. Derzeit liegt der FWG-Politiker nach zwei Schüssen, die in Schwalmtal auf ihn abgefeuert wurden, im Krankenhaus.

Ein Foto von Bernd Püllen aus besseren Zeiten. Derzeit liegt der FWG-Politiker nach zwei Schüssen, die in Schwalmtal auf ihn abgefeuert wurden, im Krankenhaus.

Ein Foto von Bernd Püllen aus besseren Zeiten. Derzeit liegt der FWG-Politiker nach zwei Schüssen, die in Schwalmtal auf ihn abgefeuert wurden, im Krankenhaus.

Mönchengladbach. "Er hat so viel Glück gehabt. Wir sind so froh, dass es ihm schon besser geht", sagt Gudrun Gruhn. Die Politikerin der Freien Wählergemeinschaft (FWG) ist, wie viele, geschockt darüber, "was dem Bernd am Dienstag in Schwalmtal passiert ist".

Ihr politischer Freund, Bernd Püllen (50), wurde mit zwei Schüssen von dem mutmaßlichen Schützen (71) niedergestreckt. Ein Projektil traf den zweifachen Vater (ein Sohn, eine Tochter) im Bauch, eines im Kiefer. Drei Menschen starben bei der Bluttat.

Zeugen berichteten, Püllen sei nach den Schüssen auf die Straße gestolpert. "Der lief wie in Zeitlupe", sagte NadineB. Die 23-Jährige nahm das Opfer an die Hand, setzte es auf eine Bank. Eine Bekannte der Frau rief den Notarzt an. Sie habe vier Mal telefoniert, dann seien die Retter erschienen.

Püllen habe wie benommen immer nur mit seiner Frau Hedwig sprechen wollen. Dann sei er in das Viersener Cornelius-Krankenhaus gebracht worden.

Mittlerweile befindet sich der FWG-Ratsherr und stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bethesda-Krankenhaus, wo er kieferchirurgisch behandelt und operiert werden muss.

Er habe bereits mit seiner Frau gesprochen und ihr gesagt "Mir geht es gut." Aus dem Umfeld der Familie ist zu hören, dass Püllen wohl keine bleibenden Schäden behalten werde.

Der 50-Jährige ist Diplom-Vermessungsingenieur und sollte als Gutachter beim Gutachterausschuss des Kreises Viersen jenes Haus bewerten, in dem sich die schreckliche Tat ereignete. Als die Schüsse fielen, starb auch sein 48 Jahre alter Kollege, ebenfalls Gutachter beim Kreis Viersen.

Püllen, der im Streit 1998 von der CDU zur FWG wechselte, wollte Donnerstagmorgen mit Polit-Kollegin Gruhn auf Wahlkampftour gehen. Erste Station wäre der Konstantinplatz in Giesenkirchen gewesen. Die Veranstaltung wurde abgesagt. Püllen kandidiert wieder für den Stadtrat - in Giesenkirchen-Süd.

Mittwochnachmittag tagte der städtische Ausschuss für Planen und Bauen. Vorsitzender Ralph Baus (FDP) wünschte im Namen des Gremiums "alles, alles Gute". Püllen ist Mitglied des Fachausschusses.

Auch OB Norbert Bude (SPD) äußerte sich betroffen: "Das macht sprachlos. Wir sind in Gedanken beim ihm." Im Planungsausschuss sagte Bude: "Wir hoffen, dass er bald wieder in den Kreis seiner Familie und die Politik zurückkehrt."

FWG-Chef Erich Oberem ist entsetzt: "Es ist schlimm, was in diesem Staate möglich ist. Ich bin erschüttert und habe Bernds Familie alle Hilfe angeboten." Püllen sei um fachliche Hilfe gebeten worden. Und dabei niedergestreckt worden.

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